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Chemische Wirkstoffe im Pflanzenschutz: Zulassungen auf dem Prüfstand

Die Zulassungen chemischer Wirkstoffe für den Pflanzenschutz stehen zunehmend unter kritischer Beobachtung. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sieht sich dabei wachsender Kritik von Umweltschützern ausgesetzt. Ein jüngstes Beispiel hierfür ist der Entzug der Zulassung für das glyphosathaltige Mittel Roundup PowerFlex von Monsanto/Bayer durch das BVL am 13. November 2024. Der Widerruf erfolgte aus formalen Gründen und es wurde eine Frist bis zum 16. Mai 2026 für den Abverkauf und Aufbrauch gesetzt. Gleiches gilt für die Vertriebserweiterung des Produktes Tender GB Forte.

Die Deutsche Umwelthilfe hatte bereits im Juli 2023 gegen dieses Mittel Klage eingereicht, was letztlich zur Entscheidung des BVL beitrug. Die Kritik der Umwelthilfe richtet sich nicht nur gegen formale Aspekte, sondern auch gegen die, laut Umweltbundesamt festgestellten, unannehmbaren Umweltauswirkungen. In diesem Kontext verfolgen Umweltschützer vermehrt das Vorgehen über Musterverfahren, um gegen die Verlängerung der Zulassungen chemischer Wirkstoffe vorzugehen. Diese Strategie richtet sich nicht nur gegen das BVL, sondern auch gegen die EU-Kommission, unterstützt durch Organisationen wie die Aurelia Stiftung, die gegen die Erneuerung der Glyphosat-Zulassung klagen.

Diese Vorgehensweise zeigt einen klaren Trend: Umweltschützer nehmen verstärkt Wirkstoffe ins Visier, deren Risikoüberprüfungen noch ausstehen. Zusammen mit Organisationen wie foodwatch führen sie landesweit Prozesse gegen weitere Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln. Einige der betroffenen Produkte sind Herbizide wie Tactic von Adama und Elipris von Corteva, die den Wirkstoff Flufenacet enthalten, sowie Gardo Gold und Dual Gold von Syngenta mit S-Metolachlor, deren Zulassungen bereits widerrufen wurden.

Auch der Wirkstoff Flufenacet steht derzeit kurz vor dem Entzug der Zulassung, und ähnlich ergeht es weiteren chemischen Substanzen wie Dimethomorph, das im Kartoffelanbau verwendet wird, sowie Metribuzin und Pendimethalin. Diese Entwicklungen verdeutlichen eine wachsende Kritik an chemischen Wirkstoffen im Pflanzenschutz und die zunehmende Forderung nach umweltfreundlicheren Alternativen.

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