Die Fusion von Arla Foods und der Deutschen Milchkontor (DMK) Group wurde am 1. Juni vollzogen und vereint über 11.000 Milcherzeuger aus sieben Ländern in einer Molkereigenossenschaft. Dies wurde während eines Pressegesprächs von den Molkereichefs Ingo Müller (DMK) und Peder Tuborgh (Arla) bestätigt. Die neue Einheit beschäftigt rund 28.800 Mitarbeiter und verarbeitet eine beeindruckende Milchmenge von 19,4 Milliarden Kilogramm.
EU-Kommission genehmigt ohne Auflagen
Die Genehmigung der EU-Kommission erfolgte ohne zusätzliche Bedingungen, da der Marktanteil der fusionierten Unternehmen als nicht übermäßig dominant angesehen wird. Ingo Müller erklärte, dass Arla in Deutschland etwa 6 bis 7 Milliarden Kilogramm Rohmilch verarbeiten wird, was einem Marktanteil von lediglich 18 bis 21 Prozent entspricht.
Investitionen in Innovationen geplant
Peder Tuborgh äußerte seine Zufriedenheit über die Freigabe durch die Behörden und kündigte an, dass die fusionierten Unternehmen verstärkt in Innovationen investieren werden. Der Fokus liegt auf der Weiterentwicklung und Effizienzsteigerung, jedoch sind Schließungen von Standorten derzeit nicht vorgesehen.
Synergieeffekte im Fokus
Beide Führungskräfte betonen das Potenzial von Synergien insbesondere im Bereich der Proteinherstellung. Diese bietet zwar geringe direkte Kosteneinsparungen, jedoch ein erhebliches Innovations- und Wachstumspotenzial. Der Bereich soll anfangs besondere Aufmerksamkeit erhalten.
Aufnahme-Stopp für neue Lieferanten
Während der Integration der beiden Unternehmen wird es vorerst keine Aufnahme neuer Lieferanten geben. Ingo Müller erklärte, dass man sich aktuell auf den Zusammenschluss konzentriere, nachdem in den vergangenen Monaten einige Milcherzeuger aufgenommen wurden, um Verluste auszugleichen.
Einheitlicher Milchpreis ab Juni
Ab dem 1. Juni gilt ein gemeinsamer Milchpreis für alle Erzeuger, auch wenn die bestehenden Liefervereinbarungen zunächst weiter gelten. Leichte Unterschiede im Auszahlungspreis können auftreten, aber man rechnet mit einer Annäherung.
Sonderzahlungen aus Eigenkapitalreserven
Peder Tuborgh bestätigte Pläne für außerordentliche Zahlungen an Landwirte aus Eigenkapitalreserven, wie bei Fusionen üblich. Langfristig sollen die Auszahlungssysteme aller Lieferanten auf das Arla-Modell umgestellt werden.
Zwei Jahre für vollständige Integration
Die Fusion soll innerhalb von zwei Jahren vollständig umgesetzt werden. Ab sofort ist die DMK Group eine Tochtergesellschaft von Arla Foods, wobei Vertreter beider Unternehmen in die Führungsgremien integriert werden. Eine europäische Genossenschaft soll entstehen und bis Januar 2027 in Arla Foods aufgehen.
