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EU-Kommission unterstützt Landwirte mit 500 Mio. € für Düngerkauf

Inmitten der steigenden Kosten für Düngemittel hat die Europäische Union ein sofortiges Hilfspaket in Höhe von 500 Millionen Euro verabschiedet. EU-Agrarkommissar Christophe Hansen erklärte, dass 200 Millionen Euro aus dem bestehenden Agrarkrisenfonds bereitgestellt werden. Die restlichen 300 Millionen Euro stammen aus dem nicht gebundenen EU-Agrarbudget. Mit dieser finanziellen Unterstützung sollen Landwirte bei der Beschaffung von Düngemitteln für die bevorstehende Herbstaussaat entlastet werden.

Verbesserte Liquidität durch flexible Zahlungen

Brüssel plant, mithilfe der Gelder neue Programme zur Verbesserung der Liquidität von Landwirten zu schaffen. Dazu sollen flexiblere Vorauszahlungen der Direktzahlungen vor Jahresende ermöglicht werden. Deutschland hat jedoch in der Vergangenheit auf vorgezogene Auszahlungen verzichtet. Die Soforthilfe ist Teil eines umfassenderen Düngemittelaktionsplans, dessen Details im Mai noch unklar waren. Österreichs Agrarminister Norbert Totschnig begrüßte den Schritt als notwendigen Beitrag, um den Zugang zu erschwinglichen Düngemitteln sicherzustellen.

Strategie zur Unabhängigkeit von Düngemittelimporten

Bereits beim letzten Agrarrat im Mai hatten mehrere EU-Länder, darunter Totschnig, zusätzliche Maßnahmen gefordert und den damaligen Aktionsplan als unzureichend kritisiert. Die EU-Kommission zielt darauf ab, die Abhängigkeit Europas von Düngemittelimporten zu verringern. Dies soll durch effizientere Anwendung von Düngemitteln und bessere Beratung zum Nährstoffmanagement erreicht werden. Zudem soll die Nutzung von Gärresten erleichtert werden.

Anstieg der Stickstoffdüngerpreise um 70%

Die landwirtschaftlichen Betriebe Europas stehen aufgrund der stark gestiegenen Preise für Düngemittel unter Druck, insbesondere Stickstoffdünger hat sich um bis zu 70 Prozent verteuert. Diese Preissteigerung ist eng mit den Energiepreisen verbunden. Bisher konnten einige Auswirkungen durch vorhandene Lagerbestände kompensiert werden, jedoch wächst die Sorge vor Kostensteigerungen und Versorgungsengpässen mit Blick auf die bevorstehende Winteraussaat.