Die jüngste Prognose der EU-Kommission prognostiziert für das Jahr 2026 eine um 3 % geringere Getreideernte im Vergleich zum Vorjahr. Mit einer Schätzung von rund 278 Millionen Tonnen wird die gesamte Produktion deutlich unter den Zahlen von 2025 liegen. Diese Reduktion ist in erster Linie auf eine kleinere Anbaufläche zurückzuführen, während die Ertragsaussichten weitgehend durchschnittlich bleiben. Damit bleibt die Angebotsseite ein zentraler Faktor für die Marktstruktur.
Herausforderungen durch geringere Ernten
Obwohl die Versorgung des EU-Marktes im Wirtschaftsjahr 2026/27 als gesichert gilt, sind die Rahmenbedingungen weniger günstig als zuvor. Die reduzierten Ernteerträge schränken insbesondere die Exportmöglichkeiten für Weizen und Gerste ein. Bei Mais sorgt eine Mischung aus niedriger Eigenproduktion und hoher Importabhängigkeit für eine kontinuierliche Marktsensibilität.
Die Kommission geht davon aus, dass die Weizenproduktion auf etwa 128 Millionen Tonnen sinkt, was einen Rückgang im Vergleich zu den rund 136 Millionen Tonnen des Vorjahres darstellt. Trotz eines stabilen Binnenverbrauchs von etwa 110 bis 112 Millionen Tonnen gerät die Exportseite aufgrund der begrenzteren Mengen unter Druck.
Weizenexporte im Rückgang
Angesichts dieser Herausforderungen wird erwartet, dass sich die EU-Weizenexporte auf etwa 30 Millionen Tonnen reduzieren, was deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegt. Die Endbestände könnten weiter abnehmen und sich bei 14 bis 15 Millionen Tonnen stabilisieren, sodass der Markt anfälliger gegenüber witterungsbedingten Einflüssen wird.
Bei der Gerstenproduktion, die auf rund 52 Millionen Tonnen geschätzt wird, ergibt sich ein ähnliches Bild. Der Verbrauch bleibt mit knapp 50 Millionen Tonnen stabil. Die Nachfrage aus Nordafrika sinkt jedoch, während Anbieter aus dem Schwarzmeerraum und Argentinien den Wettbewerb verstärken.
Gerste bleibt stabilisierend
Dementsprechend könnten die EU-Gerstenausfuhren leicht auf 7 bis 8 Millionen Tonnen zurückgehen, wodurch auch hier die Bestände leicht abnehmen und sich bei etwa 6 Millionen Tonnen einpendeln könnten. Trotz dieser Entwicklungen bleibt Gerste ein stabilisierender Faktor innerhalb des EU-Getreidemarktes.
Die Situation beim Mais stellt sich besonders angespannt dar. Die Produktion wird auf circa 61 Millionen Tonnen geschätzt, was zwar einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr darstellt, aber immer noch weit hinter dem Bedarf von rund 74 bis 75 Millionen Tonnen zurückbleibt. Dies führt zu einem strukturellen Importbedarf.
Anhaltende Abhängigkeit bei Maisimporten
Eine zentrale Rolle spielen dabei weiterhin Importe aus der Ukraine, die auch im Wirtschaftsjahr 2026/27 Hauptlieferant für den EU-Markt sein dürften. Diese hohe Abhängigkeit macht den Markt besonders anfällig für politische und logistische Schwankungen sowie Preisänderungen. Mit Endbeständen unterhalb von 8 Millionen Tonnen bietet der Maismarkt nur einen begrenzten Puffer gegen unvorhergesehene Ereignisse.
