Die Auswirkungen auf den globalen Weizenmarkt sind spürbar, da die Exportinfrastruktur in Russland und der Ukraine weiterhin beschädigt ist. Experten wie Jan Peters schätzen, dass bis Mitte September etwa 90 % der Exporte aus der Schwarzmeerregion beeinträchtigt sein könnten.
Steigende Nachfrage in Nordafrika und dem Nahen Osten
Während die Verfügbarkeit des Weizens eingeschränkt ist, bleibt die Nachfrage aus Regionen wie Nordafrika hoch. Länder wie Ägypten, Saudi-Arabien und Marokko sind auf diese Lieferungen angewiesen und beziehen normalerweise einen Großteil ihres Weizens aus der betroffenen Region.
Da die Schwarzmeerregion momentan nur begrenzt liefern kann, werden Handelsströme neu organisiert. Frankreich sowie die baltischen Staaten könnten hiervon profitieren, obwohl auch sie vor logistischen Herausforderungen stehen. Insbesondere in lettischen und litauischen Häfen gibt es mögliche Einschränkungen bei der Abfertigung von russischem Weizen.
Anhaltende Engpässe auf den Agrarmärkten
Die Situation auf dem Getreidemarkt wird sich voraussichtlich nicht schnell entspannen. Peters weist darauf hin, dass trotz diplomatischer Bemühungen seitens der US-Unterhändler in Moskau und Kiew noch keine wesentlichen Fortschritte erzielt wurden.
Nicht nur der Weizenmarkt ist betroffen; auch im Rapssektor bleiben die Aussichten angespannt. Die Preise werden durch hohe Rohölkosten sowie eine angespannte Versorgungslage bei Öl und Gas im Nahen Osten gestützt.
