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Von der Leyen fordert EU-Staaten zu Bürokratieabbau auf

Die EU-Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, die Bürokratie in Europa zu reduzieren und die Mitgliedstaaten stärker in diesen Prozess einzubeziehen. In einer Rede vor dem EU-Parlament in Straßburg betonte Ursula von der Leyen, dass die Mitgliedsstaaten ihren Beitrag zur Verringerung der administrativen Hürden leisten sollten. Die Kommissionspräsidentin machte deutlich, dass auf europäischer Ebene bereits Anstrengungen unternommen werden, um unnötige Bürokratie abzubauen.

Initiative gegen „Gold Plating“

Ein zentrales Thema ihrer Rede war das sogenannte „Gold Plating“. Darunter versteht man die Praxis einiger EU-Länder, bei der Umsetzung von EU-Richtlinien strengere als die geforderten Standards anzuwenden. Diese zusätzlichen Auflagen könnten laut von der Leyen zu unnötigen Belastungen für Unternehmen führen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, schlägt sie einen „Pakt gegen Gold Plating“ vor. Details zu dieser Initiative oder deren rechtlichen Rahmenbedingungen wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben.

Herausforderungen für Landwirte durch Klimawandel

Ein weiteres wichtiges Thema ihrer Ansprache war der Umgang mit den extremen Wetterbedingungen des Jahres 2026. Die drastischen Folgen der Wald- und Flächenbrände hätten den Landwirten schwer zugesetzt. Laut von der Leyen wurden etwa 660.000 Hektar Land zerstört und rund 12 Millionen Tonnen Feldfrüchte vernichtet. Sie betonte die Notwendigkeit verstärkter Bewässerungsmaßnahmen, da Wasser eine entscheidende Rolle für das Wachstum von Nutzpflanzen und das Überleben des Viehs spiele.

Von der Leyen kündigte an, dass die EU-Kommission Vorschläge zum Risikomanagement erarbeiten wird, um Landwirte besser zu unterstützen und bestehende Versicherungslücken zu schließen.

Vertiefung der Beziehungen zwischen Kanada und der EU

Ebenfalls Thema waren die Beziehungen zwischen Kanada und der Europäischen Union. Der kanadische Premierminister Mark Carney war als Gast im EU-Parlament anwesend und wird dort sprechen. Von der Leyen erklärte ihre Absicht, mit Carney darauf hinzuarbeiten, Kanada als erstes assoziiertes Mitglied in die EU aufzunehmen. Diese Partnerschaft soll weit über das bestehende Freihandelsabkommen CETA hinausgehen.

Der genaue Rahmen dieser assoziierten Mitgliedschaft ist bisher noch unklar, jedoch unterstrich von der Leyen den Wunsch nach einer intensivierten Zusammenarbeit auf höchstem Niveau.