Die Milchpreise für Landwirte in Deutschland sind im August gestiegen, was auf die gestiegene Nachfrage nach Verarbeitungsprodukten wie Butter und Magermilchpulver zurückzuführen ist. Mehrere Molkereien haben den Auszahlungspreis um bis zu 1 Cent pro Kilogramm angehoben, während größere Preissteigerungen die Ausnahme blieben. Einige Molkereien hielten ihre Preise unverändert. Der Kieler Rohstoffwert Milch, ein wichtiger Indikator, der die Erlöse aus Butter und Magermilchpulver berücksichtigt, stieg im August um 7,5 % auf 38,7 Cent pro Kilogramm. Trotz dieses Anstiegs liegt der aktuelle Wert deutlich unter dem Vorjahresniveau von 47,9 Cent.
Entwicklung auf dem Milchmarkt und Verbraucherpreise
Die höheren Preise für Rahmprodukte trugen ebenfalls zum Preisanstieg bei. Ein Beispiel dafür ist die Erhöhung des Preises für die Deutsche Markenbutter-Eigenmarke Milsani von Aldi, die am 10. September von 1,05 Euro auf 1,19 Euro pro 250-g-Packung anstieg, was einem Plus von 13 % entspricht. Dies spiegelt die gestiegenen Rohstoffkosten wider. An der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse in Kempten blieb der Preis für abgepackte Butter stabil zwischen 3,80 und 4,70 Euro pro Kilogramm, während lose Butter leicht teurer wurde.
Besonders stark stieg der Preis für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität auf bis zu 3.270 Euro pro Tonne. Auch Vollmilchpulver verzeichnete einen Aufschwung mit Preisen zwischen 3.800 und 3.900 Euro pro Tonne. Währenddessen blieben die Käsenotierungen konstant auf dem Niveau der Vorwoche.
Anhaltender Preisanstieg auf globalen Märkten
Die Aufwärtstrends sind nicht nur in Deutschland sichtbar. Auf europäischer Ebene meldete die EU-Kommission eine Preissteigerung bei Butter und Milchpulvern im Vergleich zu den vorangegangenen Wochen. Besonders Magermilchpulver verzeichnete einen Anstieg um 5,3 %, während Cheddar leicht nachgab.
Die EU-Exporte stiegen ebenfalls an: Von Januar bis April wurde ein Zuwachs bei Buttereinfuhren um 33 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Die internationale Handelsplattform Global Dairy Trade berichtete ebenfalls von einem steigenden Preisindex Anfang September.
Saisonale Schwankungen in der Milchanlieferung
Trotz saisonaler Rückgänge bleibt das Volumen der von deutschen Landwirten gelieferten Milch über dem des Vorjahreszeitraums. Ende August meldete der Milchindustrie-Verband ein Plus von über 3 %. Der Marktbericht der Süddeutschen Butter- und Käsebörse wies darauf hin, dass sich auch die Inhaltsstoffe wie Fett und Eiweiß nach einem Rückgang wieder erholen.
Herausforderungen für Milcherzeuger
Trotz positiver Entwicklungen im Bereich der Rohstoffpreise stehen deutsche Milcherzeuger vor Herausforderungen durch steigende Kosten für Futter, Energie und andere Betriebsmittel. Die Rabobank prognostiziert eine Verlangsamung des Produktionswachstums in den großen Exportregionen, was durch eine stabile Nachfrage aus Asien kompensiert werden könnte.
