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Holzpreise fallen: Kanadische Zölle belasten US-Schnittholzmarkt

Die Preise für Schnittholz am US-Terminmarkt haben Ende August einen markanten Tiefpunkt erreicht. Der Kurs sank auf 555 US-Dollar pro 1.000 Board Feet, was den niedrigsten Stand seit neun Monaten darstellt. Hauptursache für diesen Rückgang sind die kanadischen Vergeltungszölle, die als Reaktion auf neue US-Zölle erhoben wurden. Diese Maßnahmen haben die Nachfrage nach Schnittholz erheblich beeinträchtigt und Auswirkungen sowohl auf die Forstwirtschaft als auch auf die Holzindustrie in beiden Ländern.

Auswirkungen der Zölle und Marktsituation

Kanada hat als Antwort auf US-amerikanische Zölle auf kanadisches Holz Gegenzölle von 25 % auf Schnittholz und 50 % auf Sperrholz eingeführt. Diese Handelskonflikte belasten den Markt zusätzlich. Laut US-Forstverbänden sorgt der Umstand, dass 94 % der kanadischen Waldflächen staatlich sind, im Gegensatz zu 58 % in Privatbesitz in den USA, für verzerrte Marktbedingungen. Infolgedessen wird kanadisches Holz zu niedrigeren Preisen angeboten.

Die Konsequenzen dieser Entwicklungen sind gravierend: Seit Beginn des Jahres mussten allein in British Columbia über 20 Sägewerke schließen. Obwohl der Herbst traditionell eine Zeit für Renovierungen ist, drückt der Preisanstieg infolge der Zölle weiterhin die Nachfrage nach Holzprodukten.

Bauwirtschaft unter Druck

Die amerikanische Bauwirtschaft kämpft ebenfalls mit Herausforderungen. Die Ausgaben für den Bau von Einfamilienhäusern, einem Bereich mit hohem Holzverbrauch, sind um 3,2 % zurückgegangen. Zudem erschweren hohe Hypothekenzinsen den Erwerb von Wohnimmobilien, was sich negativ auf die Bauaktivitäten auswirkt.

Im Juli verzeichnete man einen Rückgang der Baubeginne bei Wohngebäuden um 12,4 %. Dieser Einbruch ist vor allem im Segment der holzintensiven Einfamilienhäuser spürbar und trägt zur sinkenden Nachfrage bei.

Sägewerksschließungen als Folge der Krise

Der Rückgang der Holzpreise und die schwankende Nachfrage haben viele Sägewerke dazu gezwungen, ihre Produktion zu drosseln oder komplett einzustellen. Zuletzt kündigte das Unternehmen Canfor an, ein Werk in Fox Creek (Alberta) bis Ende September dauerhaft zu schließen. Gründe dafür seien neben dem schwachen Markt auch Schwierigkeiten bei der Rohstoffbeschaffung durch Waldbrände und Schädlinge sowie die belastenden Zollmaßnahmen.

Dustin Jalbert von Fastmarkets betonte im Wall Street Journal, dass das Angebot – und nicht etwa eine steigende Nachfrage – derzeit maßgeblich für die Preisentwicklung verantwortlich sei. Die hohen Abgaben auf kanadische Produkte und Zölle wirken sich stark hemmend auf den Import aus.

Zukunftsaussichten und wirtschaftliche Faktoren

Kurt Yinger von D.A. Davidson prognostizierte, dass saisonale Faktoren zusammen mit steigenden Hypothekenzinsen die Nachfrage weiterhin dämpfen werden. Die Terminkurse für Schnittholz deuten ebenfalls darauf hin, dass ein weiterer Preisrückgang bevorsteht.

Diese Entwicklungen werfen ein Licht auf die Herausforderungen einer Branche im Umbruch: Zwischen internationalen Handelskonflikten und einer schwächelnden Baukonjunktur steht die Holzindustrie vor enormen Herausforderungen.