Die bevorstehenden Anpassungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) 2028 der Europäischen Union werfen erhebliche Fragen zur Zukunftsfähigkeit der Grünlandwirtschaft auf. Speziell die Grünlandwirte äußern große Bedenken, dass Kürzungen der finanziellen Mittel die Rentabilität ihrer Betriebe gefährden könnten. Dr. Hans Hochberg vom Deutschen Grünlandverband, der etwa 30 Mitgliedsverbände vertritt, betont, dass ein Rückgang der Nutzung von Grünflächen nicht nur ökonomische, sondern auch ökologische Verluste nach sich ziehen würde. Besonders in benachteiligten Gebieten sei dies ein ernstzunehmendes Problem für die Biodiversität und das Landschaftsbild.
Grünlandwirtschaft ohne Förderung: Eine unsichere Zukunft
Der Deutsche Grünlandverband hat in einem Positionspapier die wichtigsten Maßnahmen zusammengestellt, um die Existenz der Grünlandbetriebe zu sichern. Diese Liste umfasst keine konkreten Forderungen, sondern mögliche Optionen zur Unterstützung der Betriebe. Der Verband ist sich der schwierigen finanziellen Bedingungen ab 2028 bewusst und fordert entsprechende Maßnahmen, damit auch in benachteiligten Regionen die Landwirtschaft weiterhin eine Perspektive hat.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Förderung von Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen (AUKA). Ohne diese Unterstützung sehen viele Landwirte keine tragfähige Zukunft für ihre Betriebe. Der Verband appelliert an den Bund, seine Verantwortung wahrzunehmen und entsprechende Querschnittsaufgaben zu erfüllen.
Veranstaltungen zur GAP-Diskussion
Um den besonderen Unterstützungsbedarf für die Grünlandbewirtschaftung zu adressieren, sind mehrere Veranstaltungen geplant. Am 18. September 2026 wird ein Workshop vom Bundesagrarministerium stattfinden, gefolgt von einer Agrarministerkonferenz am 24. und 25. September 2026. Der Deutsche Grünlandtag am 30. September und 1. Oktober 2026 bietet weiteren Raum für Diskussionen über die Zukunft des Grünlands in Deutschland.
Regionale Herausforderungen: Beispiel Südschwarzwald
Ein eindrucksvolles Beispiel für regionale Herausforderungen bietet der Südschwarzwald mit seinen steilen Hanglagen von bis zu 40 Prozent Neigung. Hier ist das absolute Grünland charakteristisch für Höhenlagen zwischen 400 und 1000 Metern. Die dort ansässige Rinderrasse, die Hinterwälder, gilt als kleinste europäische Rinderrasse und ist an diese speziellen Bedingungen angepasst.
Die Landwirte in diesen Regionen stehen vor besonderen Schwierigkeiten, da sie mit extremen topografischen Gegebenheiten konfrontiert sind, die eine effiziente Bewirtschaftung erschweren. Ohne adäquate Unterstützung durch Förderprogramme droht vielen Betrieben das Aus.
Die kommenden Verhandlungen zur GAP bieten eine entscheidende Gelegenheit, um sicherzustellen, dass auch komplexe landwirtschaftliche Standorte nachhaltig bewirtschaftet werden können und ihre wertvollen Beiträge zur Ökologie nicht verloren gehen.
