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US-Holzpreise auf 9-Monatstief: Baukosten und Zinsen belasten Markt

Die Holzpreise in den USA sind auf ein neues Tief gefallen und liegen nun bei 535 US-Dollar pro tausend Board Feet, wie aktuelle Daten des US-Terminmarkts zeigen. Diese Entwicklung markiert den niedrigsten Wert seit neun Monaten und ist auf die steigenden Baukosten sowie hohe Zinsen zurückzuführen, die die Nachfrage nach Holzprodukten dämpfen.

Einfluss der Zinsentwicklung auf die Bauwirtschaft

Der Immobilienmarkt in den USA kämpft weiterhin mit hohen Hypothekenzinsen, die das Interesse potenzieller Hauskäufer bremsen. Die Federal Reserve hat kürzlich den Leitzins erneut erhöht, wodurch sich die Finanzierungskosten weiter verschärfen. Dies hat bereits zu einem Rückgang der Baugenehmigungen um 2,7 % im Vergleich zum Vormonat geführt.

Zudem belasten Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und Kanada den Markt. Kanada hat als Gegenmaßnahme zu US-Zöllen hohe Zölle auf amerikanische Holzprodukte verhängt, was zusätzliche Unsicherheiten schafft. Der US-Forstverband kritisiert, dass Kanadas staatlich kontrollierte Waldflächen zu einer Marktverzerrung führen.

Sägewerksschließungen und Marktauswirkungen

Die wirtschaftlichen Herausforderungen haben seit 2023 zur Schließung von mehr als 20 Sägewerken in British Columbia geführt. Besonders Canfor plant, ein großes Werk in Alberta bis Ende September stillzulegen. Diese Maßnahmen sind eine direkte Reaktion auf die schwache Nachfrage im Wohnungsbau und die Belastung durch Importzölle.

Analysten weisen darauf hin, dass trotz des drastischen Preisrückgangs auf derzeit 552 US-Dollar pro 1.000 Board Feet das Potenzial für weitere Preisverfälle begrenzt sein könnte. Sollten sich Zinsen stabilisieren oder sinken und die Inflation zurückgehen, könnte dies eine Erholung der Holzpreise begünstigen.

Unterschiedliche Marktlagen: Deutschland vs. Nordamerika

In Deutschland zeigt sich ein anderes Bild: Hier bleiben die Rundholzpreise hoch, während die schwache Nachfrage nach Schnittholz kaum Spielraum für Preiserhöhungen lässt. Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie berichtet von einer Verdopplung der Nadelholzpreise im Vergleich zu 2021.

Trotz gestiegener Beschaffungskosten haben deutsche Sägewerke Schwierigkeiten, diese an ihre Kunden weiterzugeben. Der HDH-Konjunkturindikator zeigt zwar leichte Verbesserungen, jedoch ist eine nachhaltige Trendwende noch nicht in Sicht. Experten warnen vor einem weiteren Rückgang der Bauholzproduktion um 9 bis 10 Prozent, sollte sich die Marktlage nicht ändern.