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Messeregge gebraucht kaufen: Worauf achten?

Eine gebrauchte Messeregge kann eine günstige Ergänzung zur vorhandenen Bodenbearbeitungstechnik sein. Doch abgenutzte Messer, ausgeschlagene Lager oder eine beschädigte Rahmenkonstruktion können den vermeintlichen Preisvorteil schnell zunichtemachen. Besonders bei Maschinen mit Frontpacker sollte deshalb nicht nur die Messeregge selbst, sondern die gesamte Kombination geprüft werden.

Vor dem Kauf lohnt außerdem ein Blick auf die Ersatzteilversorgung. Denn eine technisch einfache Maschine ist nicht automatisch billig zu reparieren. Fehlen passende Messerträger oder müssen komplette Walzenlager erneuert werden, können die Folgekosten beträchtlich sein.

Gebrauchte Messeregge oder kompletter Frontpacker?

Auf dem Gebrauchtmaschinenmarkt werden Messereggen häufig zusammen mit Frontpackern angeboten. Die Messer sitzen dann als Vorwerkzeug vor der Walze und zerkleinern größere Erdschollen, bevor die Walzenringe den Boden weiter bearbeiten und rückverfestigen.

Daneben gibt es separat angebotene Messerwerkzeuge, die sich an bestimmten Bodenwalzen nachrüsten lassen.

Vor der Suche sollte daher feststehen, was tatsächlich benötigt wird: ein einzelnes Vorwerkzeug oder eine vollständige Frontpackerkombination.

Wer bereits eine kompatible Walze besitzt, kann unter Umständen mit einer nachgerüsteten Messeregge auskommen. Dabei müssen jedoch Befestigung, Arbeitsbreite und Einstellmöglichkeiten passen.

Hersteller wie Kerner und Fliegl verwenden unterschiedliche Maschinenkonzepte. Eine Messeregge lässt sich deshalb nicht allein aufgrund der passenden Arbeitsbreite an jeder beliebigen Walze montieren.

Auch die Maschinenbezeichnung verdient Aufmerksamkeit. Bei älteren Inseraten werden mitunter Frontpacker mit Federzinkeneggen, Vorstriegeln oder anderen Werkzeugen angeboten. Solche Geräte sind nicht automatisch mit einer Messeregge ausgestattet.

Messer prüfen: Verschleiß und Beschädigungen erkennen

Die Messer gehören zu den wichtigsten Prüfpunkten einer gebrauchten Messeregge. Während der Arbeit treffen sie auf Erdschollen, Steine und andere Hindernisse. Dabei werden die Schneid- und Arbeitskanten mechanisch beansprucht.

Abgenutzte Werkzeuge können die Zerkleinerungswirkung verringern. Noch problematischer sind verbogene oder gebrochene Messer, die nicht mehr in der vorgesehenen Stellung arbeiten.

Bei der Besichtigung sollte daher jedes Werkzeug kontrolliert werden.

Besonders auf folgende Schäden ist zu achten:

  • Stark abgenutzte oder ungleichmäßig verschlissene Arbeitskanten
  • Verbogene oder sichtbar beschädigte Messer
  • Risse im Bereich der Befestigung
  • Fehlende Werkzeuge oder unterschiedliche Messerformen
  • Auffällige Reparaturen an Messerhaltern und Werkzeugträgern

Nicht jede abgenutzte Schneidkante macht eine Maschine unbrauchbar. Entscheidend ist, ob die vom Hersteller vorgesehenen Verschleißgrenzen bereits erreicht sind.

Diese können sich je nach Werkzeugausführung unterscheiden. Ein Vergleich mit neuen Originalteilen oder den Angaben im Verschleißteilkatalog hilft bei der Beurteilung.

Warum ungleichmäßiger Messerverschleiß auffällt

Sind die Werkzeuge auf einer Seite deutlich stärker abgenutzt als auf der anderen, lohnt eine genauere Untersuchung.

Möglicherweise wurde die Messeregge längere Zeit ungleichmäßig eingestellt oder geführt. Auch eine verzogene Rahmenkonstruktion oder unterschiedliche Werkzeugstellungen kommen infrage.

Der Verschleiß allein beweist noch keinen solchen Schaden. Er liefert aber einen Anlass, die Tiefenverstellung und die Ausrichtung der gesamten Maschine zu kontrollieren.

Bei einer Frontpackerkombination sollte außerdem geprüft werden, ob die Walze über ihre gesamte Arbeitsbreite gleichmäßig abgenutzt ist.

Messerbefestigungen und Werkzeugträger kontrollieren

Selbst gut erhaltene Messer nützen wenig, wenn sie nicht mehr sicher befestigt sind.

Die Verbindungen zwischen Werkzeug und Rahmen werden während der Bodenbearbeitung stark beansprucht. Besonders bei harten Schollen und steinigen Böden treten wiederholt Stoßbelastungen auf.

Lose Schraubverbindungen, ausgeschlagene Bohrungen oder verformte Halter können dazu führen, dass einzelne Messer nicht mehr korrekt geführt werden.

Ein besonderes Augenmerk verdienen die Übergänge zwischen Messerhalter und Rahmen.

Dort sollten keine Risse, starken Verformungen oder unsachgemäß ausgeführten Schweißreparaturen vorhanden sein.

Erkennbare Reparaturstellen sind nicht zwangsläufig ein Ausschlussgrund. Der Verkäufer sollte jedoch erklären können, welcher Schaden vorlag und wie er behoben wurde.

Bei sicherheitsrelevanten Rahmenteilen ist eine fachgerechte Beurteilung vor dem Kauf erforderlich.

Rahmen auf Risse und Verzug untersuchen

Der Rahmen trägt die Werkzeuge und überträgt die auftretenden Kräfte auf das Anbaugerät. Verformungen können deshalb die gesamte Arbeitsqualität beeinträchtigen.

Eine erste Kontrolle beginnt mit dem Blick entlang der Rahmenkonstruktion.

Sind die Querträger gerade? Stehen die Werkzeughalter in einer gleichmäßigen Linie? Gibt es sichtbare Unterschiede zwischen linker und rechter Maschinenseite?

Besonders kritisch sind Risse an hochbelasteten Verbindungsstellen.

Dazu gehören die Befestigungspunkte der Messeregge, Übergänge zwischen Rahmenbauteilen und die Bereiche um den Anbaubock.

Frische Farbe an einzelnen Stellen sollte ebenfalls genauer betrachtet werden. Sie kann auf eine normale optische Aufbereitung zurückgehen, aber auch ältere Beschädigungen oder Reparaturen verdecken.

Oberflächlicher Rost ist anders zu bewerten als tiefe Korrosion, die tragende Bauteile bereits geschwächt hat.

Tiefenverstellung auf Funktion prüfen

Eine Messeregge muss gleichmäßig über die gesamte Arbeitsbreite geführt werden. Dafür ist eine funktionierende Tiefenverstellung erforderlich.

Bei einer gebrauchten Maschine sollte die Einstellung über den vorgesehenen Verstellbereich ausprobiert werden.

Mechanische Systeme dürfen nicht festgerostet sein. Spindeln, Gewinde und bewegliche Verbindungsteile sollten sich entsprechend ihrer Konstruktion bedienen lassen.

Starkes Spiel kann auf verschlissene Bauteile hinweisen.

Bei hydraulischen Ausführungen kommen weitere Prüfpunkte hinzu. Schläuche, Kupplungen und Zylinder müssen dicht und äußerlich unbeschädigt sein.

Die Maschine sollte ihre eingestellte Position halten. Ein unbeabsichtigtes Absinken kann beispielsweise auf Undichtigkeiten hinweisen.

Hydraulische Funktionen dürfen nur unter Beachtung der Herstellervorgaben und ohne Aufenthalt im Gefahrenbereich getestet werden. Niemals unter einem ausschließlich hydraulisch angehobenen Gerät arbeiten.

Mechanische oder hydraulische Verstellung?

Kerner bietet beim TORON sowohl eine mechanische als auch eine optionale hydraulische Höhenverstellung des Vorwerkzeugs an.

Beim Gebrauchtkauf ist daher zu klären, welche Ausführung tatsächlich montiert ist.

Eine hydraulische Verstellung erleichtert die Anpassung während der Feldarbeit, bringt aber zusätzliche Bauteile mit sich. Deren Zustand sollte in die Bewertung einfließen.

Eine mechanische Verstellung ist konstruktiv einfacher, muss aber ebenfalls vollständig funktionsfähig sein.

Für den Kaufpreis zählt weniger die Anzahl der Ausstattungsoptionen als ihr tatsächlicher Zustand und Nutzen im eigenen Betrieb.

Frontpacker gebraucht kaufen: Walze und Lager prüfen

Wird die Messeregge zusammen mit einem Frontpacker angeboten, verdient die Walze ebenso viel Aufmerksamkeit wie das Messerwerkzeug.

Der Packer übernimmt die Krümelung und Rückverfestigung. Beschädigte Walzenringe oder ausgeschlagene Lager können das Arbeitsbild beeinträchtigen und teure Reparaturen verursachen.

Zunächst sollten die Walzenringe auf Risse, Brüche und übermäßigen Verschleiß untersucht werden.

Auch die Abstände zwischen den Ringen müssen zur Konstruktion passen. Stark verbogene oder beschädigte Elemente können zu einem ungleichmäßigen Lauf führen.

Bei Maschinen mit Räum- und Schneidelementen zwischen den Walzenringen sollten diese ebenfalls kontrolliert werden.

Festgesetzte oder stark verschlissene Räumer können die Selbstreinigung beeinträchtigen.

Lagerspiel und Laufgeräusche

Die Lager gehören zu den Bauteilen, deren Austausch den Kauf einer gebrauchten Maschine verteuern kann.

Bei einer Besichtigung ist zu prüfen, ob sich die Walze frei und gleichmäßig dreht. Auffällige Laufgeräusche, Schwergängigkeit oder erkennbares Spiel verdienen eine genauere Untersuchung.

Wie eine Lagerprüfung sicher durchgeführt werden kann, hängt von der Maschinenkonstruktion ab.

Die Walze darf nicht ungesichert angehoben oder gedreht werden. Erforderliche Kontrollen sollten mit geeigneter Abstützung und entsprechend den Herstellervorgaben stattfinden.

Treten bereits beim langsamen Drehen deutliche Schleif- oder Mahlgeräusche auf, sollte die Ursache vor dem Kauf geklärt werden.

Lenkbock und Dreipunktanbau nicht vergessen

Viele Frontpacker besitzen eine Lenkfunktion, damit die Walze den Bewegungen des Schleppers folgen kann.

Beim Kerner TORON ist ein entsprechender Lenkbock Bestandteil des Maschinenkonzepts.

An einer gebrauchten Maschine sollten die Gelenk- und Lagerstellen auf übermäßiges Spiel kontrolliert werden.

Auch die Dreipunktaufnahme ist zu prüfen. Ausgeschlagene Bolzenbohrungen, beschädigte Fanghakenbereiche oder Verformungen an den Anbaulaschen können eine sichere Verbindung beeinträchtigen.

Hier geht es nicht allein um die Arbeitsqualität. Schäden an tragenden Anbauteilen können die Betriebssicherheit gefährden.

Vor dem Kauf muss außerdem sichergestellt sein, dass die Anbaukategorie zur vorhandenen Fronthydraulik passt.

Fehlende oder beschädigte Sicherungselemente sollten nicht als unwichtige Kleinigkeiten behandelt werden.

Passt die gebrauchte Messeregge zum Traktor?

Arbeitsbreite und Kaufpreis sind schnell verglichen. Schwieriger wird es bei der Frage, ob der vorhandene Traktor das Gerät tatsächlich sicher einsetzen kann.

Bei vollständigen Frontpackerkombinationen kann das Eigengewicht erheblich sein.

Für die Auswahl zählen deshalb mehrere technische Werte: zulässige Vorderachslast, Hubkraft der Fronthydraulik, Lage des Geräteschwerpunkts und Tragfähigkeit der Bereifung.

Bei einer gleichzeitig eingesetzten Heckmaschine verändert sich die Gewichtsverteilung nochmals.

Besonders bei schweren Frontpackern genügt es nicht, die Maschinenmasse mit der maximalen Hubkraft aus dem Traktorprospekt zu vergleichen.

Entscheidend ist, welche Last das Fronthubwerk bei der tatsächlichen Schwerpunktlage anheben kann.

Die technischen Zusammenhänge sind im Beitrag Wie viel PS braucht eine Messeregge? beschrieben.

Ersatzteile: Vor dem Kauf Verfügbarkeit klären

Eine gebrauchte Messeregge ist nur dann dauerhaft wirtschaftlich, wenn verschlissene Bauteile ersetzt werden können.

Bei aktuellen Baureihen ist die Ersatzteilsuche häufig einfacher. Für ältere Modelle sollte dagegen geprüft werden, ob Messer, Halterungen, Lager und Verstellelemente weiterhin erhältlich sind.

Kerner stellt auf seiner Website Bedienungsanleitungen sowie Ersatzteil- und Verschleißteilunterlagen für mehrere Frontpacker-Baureihen bereit.

Dazu gehören sowohl der aktuelle TORON als auch ältere Frontpacker-Modelle.

Das bedeutet nicht automatisch, dass jedes dort aufgeführte Bauteil jederzeit lieferbar ist. Gerade bei einer älteren Gebrauchtmaschine sollte die Verfügbarkeit anhand der genauen Modell- und Seriennummer bestätigt werden.

Auch bei einer Fliegl-Messeregge empfiehlt sich die Prüfung, ob die vorgesehenen Verschleißteile einzeln bezogen werden können.

Besonders wichtig ist das, wenn die Maschine nicht mehr in der aktuellen Konfiguration angeboten wird.

Was kostet eine gebrauchte Messeregge?

Einen einheitlichen Gebrauchtpreis gibt es nicht. Die Angebote unterscheiden sich nach Alter, Arbeitsbreite, Ausstattung, Zustand und Lieferumfang.

Besonders groß ist der Unterschied zwischen einem einzelnen Vorsatzwerkzeug und einem kompletten Frontpacker mit Messeregge.

Zur Einordnung eignet sich der Neupreis einer separat angebotenen Messeregge von Fliegl. Die 2,60 m breite Ausführung kostet laut Hersteller-Onlineshop 2.060 Euro netto beziehungsweise 2.451,40 Euro brutto.

Die dazugehörige Profiwalze wird gesondert verkauft.

Wer eine gebrauchte Komplettmaschine beurteilt, muss deshalb den Wert von Messeregge, Walze und weiterer Ausstattung gemeinsam betrachten.

Aktuelle Gebrauchtangebote lassen sich beispielsweise auf Landmaschinenbörsen wie Landwirt.com finden. Ein einzelner Angebotspreis ist allerdings kein verlässlicher Marktmittelwert.

Auch innerhalb derselben Baureihe können sich die Maschinen erheblich unterscheiden.

Warum ein günstiger Kaufpreis täuschen kann

Ein niedriger Kaufpreis ist nur dann ein Vorteil, wenn die anschließenden Reparaturkosten überschaubar bleiben.

Ein Rechenbeispiel:

Eine gebrauchte Frontpackerkombination kostet 4.000 Euro netto. Nach der Besichtigung werden Ersatzteile und notwendige Reparaturen auf weitere 1.500 Euro geschätzt.

Damit steigen die Anschaffungskosten einschließlich Instandsetzung auf 5.500 Euro netto. Transport und mögliche Ausfallzeiten sind noch nicht berücksichtigt.

Das entspricht einem Aufschlag von 37,5 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Kaufpreis.

Diese Zahlen sind ein frei gewähltes Rechenbeispiel und keine Marktpreise für ein bestimmtes Modell.

Vor einer Kaufentscheidung sollten deshalb die erkennbaren Mängel möglichst genau erfasst und Ersatzteilpreise eingeholt werden.

Einen Vergleich neuer Maschinen und konkreter Herstellerangebote bietet der Artikel Messeregge kaufen: Preise, Hersteller und Modelle.

Checkliste für die Besichtigung einer gebrauchten Messeregge

Die wichtigsten Kontrollen lassen sich direkt während der Maschinenbesichtigung durchführen. Bei hydraulischen und tragenden Bauteilen kann eine zusätzliche Prüfung durch eine Fachwerkstatt sinnvoll sein.

BauteilWorauf achten?Mögliche Folge bei Schäden
MesserAbnutzung, Brüche, VerformungenSchlechtere Schollenzerkleinerung
MesserhalterLose Befestigungen, ausgeschlagene BohrungenUngleichmäßige Werkzeugführung
WerkzeugrahmenRisse, Verzug, auffällige ReparaturenInstabilität und ungleichmäßige Bearbeitung
TiefenverstellungSchwergängigkeit, Spiel, defekte SpindelnUngenaue oder unmögliche Einstellung
HydraulikUndichte Schläuche, Zylinder und KupplungenFunktionsstörungen und Reparaturkosten
WalzenringeRisse, Brüche, ungleichmäßiger VerschleißSchlechtere Rückverfestigung
LagerGeräusche, Schwergängigkeit, übermäßiges SpielLagerausfall und Folgeschäden
RäumerBeschädigungen und falsche StellungMaterialansammlungen an der Walze
AnbaubockRisse, beschädigte Laschen, BolzenspielSicherheitsrisiken
DokumentationTypenschild, Seriennummer, BetriebsanleitungSchwierigkeiten bei Ersatzteilen und Zuordnung

Bei einer Maschine mit erkennbaren Rahmenschäden oder gravierenden Mängeln am Anbausystem sollte die technische Klärung vor einer verbindlichen Kaufentscheidung erfolgen.

Probelauf und Probearbeit: Was lässt sich feststellen?

Eine Besichtigung im abgestellten Zustand zeigt nicht jeden Mangel.

Wenn der Verkäufer die Möglichkeit bietet, kann eine kontrollierte Funktionsprüfung zusätzliche Hinweise liefern.

Zunächst wird geprüft, ob die Maschine ordnungsgemäß angebaut werden kann und die vorgesehenen Einstellungen funktionieren.

Bei einem Frontpacker sollte sich die Walze gleichmäßig drehen und die Lenkfunktion ohne auffällige Blockaden bewegen lassen.

Eine Probearbeit auf einem geeigneten Feld kann außerdem zeigen, ob die Messeregge über ihre gesamte Breite gleichmäßig arbeitet.

Besonders aussagekräftig sind deutliche Unterschiede zwischen linker und rechter Seite, auffällige Geräusche oder eine nicht funktionierende Tiefenverstellung.

Allerdings lässt sich aus einer kurzen Probefahrt keine vollständige Aussage über den langfristigen Zustand sämtlicher Bauteile ableiten.

Vor allem Lager und ältere Schweißreparaturen können zusätzliche Untersuchungen erfordern.

Baujahr und Seriennummer prüfen

Das Baujahr allein sagt wenig über den Zustand einer gebrauchten Messeregge aus.

Eine ältere Maschine mit geringer Einsatzfläche und guter Pflege kann besser erhalten sein als ein jüngeres Gerät, das auf steinigen Böden intensiv eingesetzt wurde.

Bei der Besichtigung sollten deshalb Typenschild und Seriennummer kontrolliert werden.

Die Angaben helfen dabei, das genaue Modell zu bestimmen und die passenden Ersatzteilunterlagen zu finden.

Auch nachträgliche Umbauten müssen berücksichtigt werden.

Wurde beispielsweise eine andere Messeregge an einen älteren Frontpacker montiert, sollte geklärt werden, ob diese Kombination vom Hersteller vorgesehen oder fachgerecht angepasst wurde.

Ein vollständiger Satz an Unterlagen ist besonders hilfreich, wenn hydraulische Komponenten, Zusatzausstattung oder besondere Einstellmöglichkeiten vorhanden sind.

Gebraucht beim Händler oder privat kaufen?

Gebrauchte Bodenbearbeitungsgeräte werden sowohl von Landmaschinenhändlern als auch von privaten Verkäufern angeboten.

Beim Händler können zusätzliche Leistungen wie eine technische Durchsicht, die Bereitstellung von Ersatzteilen oder eine dokumentierte Instandsetzung Bestandteil des Angebots sein.

Das ist allerdings nicht selbstverständlich und sollte ausdrücklich geklärt werden.

Beim Privatkauf sind die Besichtigung und die nachvollziehbare Beschreibung des Maschinenzustands besonders wichtig.

Auch die kaufrechtlichen Bedingungen können sich unterscheiden. Ob und in welchem Umfang eine Sachmängelhaftung besteht oder wirksam ausgeschlossen werden kann, hängt insbesondere vom Verkäuferstatus und der konkreten Vertragsgestaltung ab.

Mündliche Zusagen über den Zustand der Maschine sollten nach Möglichkeit schriftlich festgehalten werden.

Dazu gehören etwa bekannte Schäden, eine zugesagte Funktionsfähigkeit oder der Umfang mitgelieferter Anbauteile.

Welche Unterlagen gehören zum Kauf?

Eine vollständige Dokumentation erleichtert den späteren Betrieb und die Ersatzteilbeschaffung.

Dazu gehören die genaue Maschinenbezeichnung, Seriennummer und Baujahr sowie die vorhandene Betriebsanleitung.

Bei einer bereits instand gesetzten Maschine sind Rechnungen über größere Reparaturen oder den Austausch wichtiger Bauteile hilfreich.

Der Kaufvertrag sollte außerdem festhalten, welche Zubehörteile im Preis enthalten sind.

Das betrifft insbesondere eine separat montierbare Messeregge, zusätzliche Gewichte, hydraulische Bauteile oder spezielle Anbauteile.

Auch die Frage, ob der angegebene Preis netto oder brutto gilt, muss vor der Bestellung geklärt sein.

Bei einem weiter entfernten Anbieter kommen Transportkosten hinzu. Eine schwere Frontpackerkombination kann je nach Abmessungen und Gewicht einen geeigneten Maschinentransport erfordern.

Wann lohnt sich eine gebrauchte Messeregge?

Ein Gebrauchtkauf ist vor allem dann interessant, wenn die Maschine technisch zur vorhandenen Ausstattung passt und die notwendigen Instandsetzungskosten in einem vernünftigen Verhältnis zum Kaufpreis stehen.

Bei einem separat erhältlichen Messerwerkzeug sollte die Nachrüstbarkeit besonders gründlich geprüft werden.

Für eine komplette Frontpackerkombination zählen dagegen auch der Zustand der Walze, das Gewicht und die Anforderungen an den Traktor.

Vor allem bei älteren Geräten entscheidet die Ersatzteilversorgung darüber, wie lange die Maschine wirtschaftlich eingesetzt werden kann.

Wer bereits bei der Besichtigung mehrere beschädigte Messer, ausgeschlagene Lager und eine schwergängige Tiefenverstellung feststellt, sollte die erforderlichen Reparaturen vor der Preisverhandlung beziffern.

Der niedrigste Angebotspreis ist nicht automatisch das günstigste Gerät. Maßgeblich sind die Gesamtkosten bis zur einsatzbereiten Maschine und ihr voraussichtlicher Zustand in den kommenden Einsatzjahren.

Quellen