Der Schweinemarkt zeigt sich in diesem Frühjahr von einer enttäuschenden Seite. Zu Beginn des Monats Mai fiel der VEZG-Preis erneut auf 1,60 €/kg Schlachtgewicht zurück, was innerhalb der Branche zu Unzufriedenheit führt. Auch der Ferkelmarkt steht unter Druck, da die Nordwest-Notierung für 25-kg-Ferkel mit 52 € etwa 20 € unter dem Vorjahreswert liegt.
Verhaltener Konsum trotz sommerlicher Temperaturen
Zwar haben die sommerlichen Temperaturen den Verkauf von Fleisch leicht angekurbelt, jedoch sind die Effekte begrenzt. Ein wesentlicher Grund hierfür ist der verstärkte Griff zu tiefgekühlten marinierten Grillprodukten, was die Nachfrage nach frischem Fleisch beeinträchtigt. Zudem hat sich das Wetter mittlerweile verschlechtert, was den Absatz zusätzlich dämpft.
Die allgemeine wirtschaftliche Lage trägt ebenfalls zur Konsumzurückhaltung bei. Ein Branchenexperte betont, dass aufgrund steigender Inflation und einer allgemeinen Krisenstimmung weniger Fleisch gekauft wird.
ASP-Ausbruch in Spanien verursacht Marktdruck
Erschwerend kommt hinzu, dass ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Spanien den EU-Binnenmarkt belastet. Trotz bestehender Liefermöglichkeiten nach China sanken die Exporte Spaniens im ersten Quartal 2026 um rund 40 % im Vergleich zum Vorjahr. Diese nicht abgesetzten Mengen führen zu einem erheblichen Preisdruck, insbesondere in Osteuropa.
Hoffnung auf Erholung bleibt gedämpft
Ein deutscher Händler äußert sich optimistisch bezüglich einer baldigen Verbesserung der Marktlage. Er sieht keine Überproduktion und normale Schlachtgewichte, was ihn zuversichtlich stimmt. Feiertage Ende Mai und Anfang Juni könnten bei gutem Wetter neue Impulse schaffen.
Jedoch gibt er auch an, dass die zuvor erwarteten 2 €/kg Schlachtgewicht als Preisziel für 2026 nicht mehr realistisch erscheinen.
Dringend notwendige Anpassungen am Ferkelmarkt
Der Ferkelmarkt leidet parallel unter der Schwäche des Schlachtschweinemarkts, was Mitte Mai bereits die Bereitschaft zur Einstallung gefährdete. Ein Insider erklärt, dass eine Anpassung der Ferkelnotierungen notwendig war – diese fielen um 6 € pro Tier – um den Verkauf aufrechtzuerhalten. Trotz dieser Herausforderungen bleibt der Markt grundsätzlich ausgeglichen, ohne Anzeichen eines Ferkelüberschusses im weiteren Jahresverlauf.
- Sauenhaltung stagniert sowohl in Deutschland als auch EU-weit.
- Unsichere Marktperspektiven und hohe Baukosten dämpfen Investitionen.
- Ferkelimporte verzeichnen einen Rückgang: Aus den Niederlanden wurden bis April etwa 100.000 Tiere weniger eingeführt als im Vorjahr; aus Dänemark im April etwa 80.000 weniger.
Anhaltende Nachfrage nach lokalem Schweinefleisch
Trotzdem besteht eine gesteigerte Nachfrage nach deutschen Ferkeln, insbesondere durch den Fokus des Lebensmitteleinzelhandels auf Produkte mit Herkunftsnachweis (5xD). Ein Händler merkt an, dass dies zwar spürbar ist, sich jedoch noch nicht in besseren Preisen niederschlägt.
Letztlich bleiben die Ferkelnotierungen stark an die Bedingungen des Schlachtschweinemarkts gebunden, was weiterhin Druck auf die Einstallpreise ausüben dürfte.
