Die Europäische Union plant eine Senkung der Zölle auf Düngemittel und strebt den Aufbau einer eigenen Produktionskapazität innerhalb Europas an. Diese Pläne wurden von Alois Rainer, dem Bundeslandwirtschaftsminister, während einer Veranstaltung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) vorgestellt. Ein weiteres Ziel der EU ist es, die Prämien der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für junge Landwirte zu erhöhen.
Fokus auf Energie- und Düngerversorgung
Während der Veranstaltung betonte Rainer, dass die Versorgung mit Energie und Düngemitteln in Europa ein dringendes Thema sei. Die aktuellen Herausforderungen an den Zapfsäulen und bei der Düngemittelbeschaffung erforderten kurzfristige Lösungen. Derzeit werde auf EU-Ebene über die Reduzierung von Zöllen diskutiert, wobei Belarus und Russland von diesen Regelungen ausgeschlossen bleiben sollen.
Langfristig soll ein europäisches Aktionsprogramm ins Leben gerufen werden, um die Abhängigkeit von nicht-europäischen Lieferanten zu verringern. Ein wichtiger Schritt sei die Rückkehr der Düngerproduktion in die EU. Eine entsprechende Ankündigung von EU-Kommissar Christophe wird für den 19. Mai erwartet.
Unterstützung für junge Landwirte
Ein weiterer Schwerpunkt Rainers Ausführungen war die Unterstützung junger Landwirte durch eine Erhöhung der GAP-Förderung. Diese soll ab 2028 von drei auf sechs Prozent steigen. Dies sei notwendig, um jungen Landwirten wie Dominik Stegemann aus Emsdetten mehr Optimismus für ihre Tätigkeit zu geben, trotz der bestehenden Auflagen und Vorgaben im Bereich der Sauenhaltung.
Zudem sprach sich Rainer gegen eine Kappung der Fördermittel für Einzelbetriebe aus, die mehr als 100.000 Euro erhalten könnten. Er betonte seine Rolle als Landwirtschaftsminister für ganz Deutschland und die Notwendigkeit, auch größere Betriebe zu unterstützen.
Breites Themenspektrum: Von Tierhaltung bis ASP
Neben Energie- und Düngerthemen wurden auch andere wichtige Themen diskutiert, darunter Maßnahmen zur Schadnagerbekämpfung sowie Strategien zur Vermarktung von Schweinefleisch angesichts der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Diese Punkte sind Teil eines umfassenden Ansatzes zur Stärkung der landwirtschaftlichen Praxis in Deutschland.
