Anzeige
 

Rohölpreise und schnelle Aussaat senken Maiskurse weltweit

Die internationalen Maismärkte stehen derzeit unter erheblichem Druck, beeinflusst durch vielfältige Faktoren wie sinkende Rohölpreise und geopolitische Entwicklungen. Der Rückgang der Energiepreise, der durch Hoffnungen auf eine Annäherung im Nahen Osten verstärkt wurde, hat die Märkte für Agrarrohstoffe wie Mais erheblich belastet.

Preisbewegungen in Chicago und Paris

In Chicago verzeichneten die Maiskurse signifikante Verluste. Der Mai-Kontrakt, der nur noch selten gehandelt wird, schloss am 6. Mai bei 151,55 €/t und lag damit 5,34 €/t unter dem Vorwochenniveau. Der stark gehandelte Juli-Kontrakt endete bei 156,82 €/t und verzeichnete ein Minus von 3,86 €/t gegenüber der Vorwoche. Auch an der Pariser Börse korrigierten die Kurse nach einem vorherigen Anstieg: Der Juni-Kontrakt sank um 7 €/t auf 217,75 €/t, während der August-Kontrakt um 4,25 €/t auf 220,75 €/t fiel.

Einfluss von Rohölpreisen und geopolitischen Entwicklungen

Die fallenden Rohölpreise belasten die Getreide- und Maismärkte zusätzlich. Die Annäherung zwischen den USA und dem Iran trug zur Beruhigung bei und wirkte sich negativ auf die Preise von Agrarrohstoffen aus, die eng mit der Biokraftstoffproduktion verbunden sind. Trotz dieser Herausforderungen bleiben die US-Maisexporte stabil. Das USDA berichtete über Exporte von etwa 1,5 Mio. t in einer Woche bis zum 23. April.

Entwicklung in den USA und Erwartungen an China

Der Fortschritt bei der Maisaussaat in den USA liegt mit 38 % über dem Fünfjahresdurchschnitt, was Sorgen über witterungsbedingte Verzögerungen zerstreut hat. Auch das Auflaufen des Maises zeigt positive Entwicklungen mit 13 % der Fläche bereits bearbeitet. Marktexperten blicken gespannt auf das bevorstehende Treffen zwischen dem US-Präsidenten und dem chinesischen Staatschef Mitte Mai, da hieraus potenzielle chinesische Käufe von US-Agrarrohstoffen erwartet werden.

Südamerika: Unterschiedliche Perspektiven in Brasilien und Argentinien

In Südamerika herrschen unterschiedliche Bedingungen: Während Brasilien optimistisch auf eine Ernte von rund 139,5 Mio. t blickt, kommt die Ernte in Argentinien nur langsam voran. Die Bolsa de Cereales hält jedoch an ihrer Prognose von 61 Mio. t fest, obwohl sich die Erntebedingungen verbessert haben.

Dynamik in der Ukraine

Laut ukrainischem Wirtschaftsministerium werden die Maisendbestände für das Wirtschaftsjahr 2025/26 auf 4,5 Mio. t geschätzt – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr von 2,3 Mio. t. Diese Entwicklung resultiert aus einem ausgeweiteten Angebot und verzögerten Ausfuhren zu Beginn des Jahres.

Zusammenfassend bleiben die internationalen Märkte für Mais unter Druck durch eine Kombination aus fallenden Energiepreisen und geopolitischen Entwicklungen sowie dynamischen Aussaatbedingungen insbesondere in den USA und Europa.