Der chinesische Markt für Schweinefleisch zeigt weiterhin eine Abnahme der Importe, was sich auf europäische Exporteure auswirkt. Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) importierte China im ersten Quartal 2026 rund 0,4 Millionen Tonnen Schweinefleisch, was einen Rückgang von etwa 21 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Einschränkungen bei Frischfleischimporten
Der Rückgang ist besonders bei frischem und gefrorenem Schweinefleisch deutlich spürbar, wo die Einfuhren um mehr als ein Drittel zurückgingen. Nebenerzeugnisse wie Ohren, Füße und Innereien waren weniger stark betroffen, mit einem moderaten Rückgang von etwa 8 %. Diese Produkte sind traditionell stark in China nachgefragt.
Erholung der heimischen Produktion
Ein wesentlicher Grund für den verminderten Importbedarf Chinas ist die Erholung der lokalen Schweineproduktion nach den schweren Verlusten durch die Afrikanische Schweinepest (ASP). Seit 2018 hat diese Krankheit die Bestände drastisch reduziert. Die schrittweise Wiederaufstockung führt nun zu einer verringerten Abhängigkeit von Importen.
Spanien bleibt bedeutender Lieferant
Trotz des ASP-Nachweises auf spanischem Boden kann Spanien weiterhin Schweinefleisch nach China exportieren. Dies ermöglicht ein Regionalisierungsabkommen, das im November 2025 zwischen beiden Ländern vereinbart wurde. Es erlaubt Lieferungen aus nicht betroffenen Regionen. Dennoch verzeichneten die spanischen Exporte nach China einen deutlichen Rückgang von 39 %. Auch andere Hauptlieferländer hatten mit erheblichen Exportverlusten zu kämpfen.
Zukunftsaussichten und Folgen für die EU
Die Prognosen für das Jahr 2026 deuten auf einen weiteren leichten Anstieg der chinesischen Eigenproduktion hin, wodurch die Importe vermutlich auf niedrigem Niveau bleiben werden. Für deutsche und europäische Schweinehalter sowie Schlachtbetriebe bedeutet dies eine strukturelle Schwächung des chinesischen Marktes als Absatzkanal, insbesondere bei Nebenerzeugnissen.
