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Studie: Kein Zusammenhang zwischen Bovaer und Kuhgesundheit festgestellt

Die Verringerung von Methanemissionen in der Landwirtschaft hat durch innovative Futterzusätze wie Bovaer an Bedeutung gewonnen. Das vom niederländischen Unternehmen DSM entwickelte Produkt enthält 3-Nitrooxypropanol (3-NOP), eine Verbindung, die darauf abzielt, methanproduzierende Enzyme im Verdauungssystem von Kühen zu hemmen. Dies könnte potenziell die Methanemissionen pro Tier um bis zu 30% reduzieren.

Studienergebnisse aus Dänemark

Eine umfassende Analyse von Daten aus 73 dänischen Milchviehbetrieben durch Forscher der Universität Aarhus hat jedoch keinen klaren Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Bovaer und gesundheitlichen Problemen bei Kühen aufgezeigt. Die Untersuchung bezog sich auf Betriebe, die im Jahr 2025 den Futterzusatz angewandt hatten. Diese Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Veeteelt veröffentlicht.

Trotz des fehlenden Nachweises für negative Auswirkungen bleiben Fragen offen. Während es keine direkten Hinweise auf Beeinträchtigungen der Milchproduktion oder auf erhöhte Raten von Krankheiten wie Mastitis gab, schlossen die Wissenschaftler mögliche Einflüsse auf die Tiergesundheit nicht gänzlich aus.

Erfahrungen der Landwirte

Im vergangenen Jahr wurde in Dänemark die Anwendung von Bovaer für Milchviehbetriebe mit mehr als 50 Kühen über einen Zeitraum von mindestens 80 Tagen zur Pflicht. Laut Berichten meldeten etwa zwei Drittel dieser Landwirte gesundheitliche Probleme innerhalb ihrer Herden nach der Einführung des Futtermittels. Diese Diskrepanz zwischen wissenschaftlichen Ergebnissen und praktischen Erfahrungen wirft Fragen zur allgemeinen Verträglichkeit des Zusatzes auf.

Regulatorische Perspektiven

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte zuvor festgestellt, dass Bovaer keine Gefahr für Milchkühe darstellt, woraufhin die EU-Kommission das Mittel 2022 für den Einsatz in der Milchviehwirtschaft genehmigte. Angesichts der aktuellen Studienlage und der Berichte aus Dänemark könnte jedoch eine erneute Bewertung sinnvoll sein, um sicherzustellen, dass sowohl Umweltvorteile als auch das Wohl der Tiere gewährleistet werden.

  • Bovaer soll Methanemissionen um bis zu 30% reduzieren
  • Dänische Forscher fanden keine eindeutigen Gesundheitsprobleme durch den Zusatz
  • Zwei Drittel der Landwirte berichteten dennoch von Problemen in ihren Herden
  • Die EFSA hatte Bovaer als unbedenklich eingestuft