Anzeige
 

Schwarzmeerkrise treibt Weizenpreise, Soja und Raps im Aufwind

Die jüngsten Entwicklungen an den internationalen Agrarmärkten zeigen deutliche Preisbewegungen. Besonders auffällig ist der Anstieg der Weizenkurse, der durch geopolitische Spannungen im Schwarzmeerraum befeuert wird. Diese Situation hat weitreichende Auswirkungen auf die globale Versorgungssicherheit.

Weizenmarkt unter Druck

Am Mittwoch verzeichnete der Weizen-Frontmonat Dezember 2026 an der Euronext einen Zuwachs von 1 €/t und erreichte damit einen Schlusskurs von 236,75 €/t. In Chicago stieg der Dezember-Kontrakt um 16,25 Cent auf 6,97 US-$/bu, was umgerechnet etwa 220 €/t entspricht. Der Ausfall russischer Exporte aufgrund beschädigter Terminals in Noworossijsk und ein schwächerer Rubel führen dazu, dass mehr russisches Getreide über Land nach Zentralasien gelangt. Dies hat bereits zu einem Druck auf die Binnenpreise in Kasachstan geführt. Gleichzeitig verknappen diese Ausfälle das globale Angebot, was die Terminmärkte stützt. Zudem erhöhen Drohnenangriffe auf ukrainische Donauhäfen die Sicherheitsrisiken für alternative Routen und schüren Ängste vor weiteren Logistikausfällen in der Region.

Ölsaaten profitieren von Nachfrage aus China und den USA

Auch die Preise für Ölsaaten verzeichneten einen Aufwärtstrend. Raps stieg am Mittwoch im November26-Kontrakt an der Euronext um 5,75 €/t und notierte bei 551,75 €/t. Gleichzeitig kletterte Soja im November26-Kontrakt an der Chicago Board of Trade (CBoT) um 20,5 Cent auf 12,37 US-$/bu, was rund 389 €/t entspricht. Ein weiteres privates Exportgeschäft mit China über 136.000 Tonnen Sojabohnen für das Wirtschaftsjahr 2026/27 trug zur Unterstützung der Preise bei. Hinzu kommt eine verschärfte Biokraftstoffpolitik in den USA mit neuen Renewable-Fuel-Verpflichtungen für die Jahre 2026–2027, die die strukturelle Nachfrage nach Sojaöl weiter stärkt.

Maispreise reagieren auf US-Ernteprognosen

Auf dem Maismarkt kam es ebenfalls zu Preissteigerungen. An der Euronext legte Mais im November26-Kontrakt um 2,25 €/t auf 258 €/t zu. In den USA kletterte der Dezember26-Kontrakt um 10 Cent auf 4,98 US-$/bu (circa 168 €/t). Die ProFarmer Crop Tour lieferte enttäuschende Ertragsschätzungen für South Dakota und Ohio im Vergleich zum Vorjahr, was sich positiv auf die Kurse auswirkte. Im Gegensatz dazu erreichten argentinische Maisexporte im Juli mit 5,14 Millionen Tonnen einen neuen Rekord und erweiterten das globale Angebot.

EEX-Milchmärkte ziehen an

Im Milchsektor zeigten sich feste Tendenzen an den EEX-Märkten. Seit Beginn dieser Woche stieg September26-Butter um 75 € auf einen Preis von 4.213 €/t an. Noch deutlicher fiel der Anstieg beim Magermilchpulver aus, das um 153 € auf 3.175 €/t zulegte. Die weltweite Nachfrage nach Milchprotein erholt sich allmählich wieder, während Hitze und Trockenheit in Teilen Europas Unsicherheiten über zukünftige Milchlieferungen schaffen.

Kartoffelhandel ohne Verarbeitungsverträge

An der EEX-Börse werden seit Anfang Juni 2026 keine Kontrakte für Verarbeitungs-Kartoffeln mehr gehandelt. Aktuelle Marktinformationen zu Verarbeitungs- und Industriekartoffeln sind bei Markt Pro erhältlich.