Prinz William plant, bis zu 20 % des Vermögens des Herzogtums Cornwall zu verkaufen, um Mittel für nachhaltige Projekte zu generieren. Diese Pläne umfassen den Bau von 10.000 bis 12.000 neuen Wohnungen, Investitionen in erneuerbare Energien und die Wiederherstellung von Naturflächen mit einem Finanzierungsvolumen von rund 500 Mio. €. Die Nachricht beunruhigt vor allem Landpächter, die um die Zukunft ihrer Pachtverträge bangen.
Historische Wurzeln und aktuelle Herausforderungen
Das Herzogtum Cornwall, gegründet im Jahr 1337, dient traditionell dazu, den Prince of Wales finanziell zu unterstützen. Es umfasst über 52.000 Hektar Land in verschiedenen englischen Grafschaften und besteht aus landwirtschaftlichen Betrieben, Wohnhäusern sowie Gewerbe- und Naturflächen. Mit einem geschätzten Gesamtwert von 1,19 Mrd. €, sind die Besitztümer substanziell.
Trotz der geplanten Verkäufe bleibt das Herzogtum unter der Aufsicht eines Vorstands, der die Werte für zukünftige Generationen sichern soll. Größere Verkäufe benötigen zudem die Zustimmung der britischen Regierung.
Sorge unter Landpächtern
Seit Bekanntwerden der Verkaufspläne herrscht Unruhe bei den betroffenen Gemeinden und Landpächtern. Die Investitionen sollen sich auf fünf Hauptregionen konzentrieren: die Scilly-Inseln, Cornwall, Dartmoor, Bath und Kennington im Süden Londons.
Das Herzogtum versichert jedoch, dass die Landwirtschaft weiterhin eine zentrale Rolle im Besitz einnehmen wird und ein Verkauf von landwirtschaftlichen Flächen nicht geplant sei. Vielmehr bezieht sich der Verkauf auf das gesamte Immobilienportfolio.
Unterstützung für nachhaltige Landwirtschaft
Laut einem Sprecher des Herzogtums bleibt die Unterstützung landwirtschaftlicher Betriebe eine langfristige Priorität. Die Zusammenarbeit mit Landwirten solle intensiviert werden, um ein klimaneutrales Portfolio zu erreichen und Böden sowie Wasserressourcen nachhaltig zu verbessern.
Ein neues Modell regenerativer landwirtschaftlicher Pacht (rFBT) soll Pächtern mehr Sicherheit bieten und den Übergang zu regenerativen Anbaumethoden erleichtern.
Kritische Stimmen und Forderungen nach Klarheit
Trotz beruhigender Worte sorgen sich viele Pächter über potenzielle Flächenverluste im Pachtsektor. George Dunn von der Tenant Farmers Association hat bereits zuvor Klarstellungen gefordert und äußerte Enttäuschung über mögliche Flächenverluste bei langfristigen Pachtverträgen.
Zukünftige Veräußerungen könnten sowohl landwirtschaftliche als auch Wohn- und Gewerbeflächen betreffen. Sollte ein Pächter betroffen sein, wird das Herzogtum individuelle Gespräche führen und hofft auf positive Entwicklungen für Beteiligte.
