Die jüngste Waldzustandserhebung zeigt, dass die Kronenverlichtungen in deutschen Wäldern im Jahr 2025 weiterhin auf einem hohen Niveau bleiben. Vor allem die Auswirkungen der Dürreperioden zwischen 2018 und 2020 sind nach wie vor deutlich sichtbar. Im Durchschnitt hat sich der Zustand der Baumkronen trotz widrigerer Wetterbedingungen gegenüber dem Vorjahr kaum verändert.
Ergebnisse der Waldzustandserhebung
Seit 1984 gibt die Waldzustandserhebung des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) einen Einblick in den Gesundheitszustand der Wälder durch die Analyse der Baumkronen. Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass zwar ein Fünftel der Bäume als gesund eingestuft wird, jedoch ist die Erholung von den Dürrejahren noch nicht abgeschlossen. Positiv ist jedoch zu vermerken, dass die Anzahl neu abgestorbener Bäume zurückgegangen ist.
Verbesserungen bei Fichte und Buche
Bei den Fichten hat sich eine leichte Verbesserung abgezeichnet. Der Anteil mit deutlichen Kronenverlichtungen sank von 39 % auf 38 %, während die Warnstufe von 40 % auf 37 % zurückging. Zudem stieg der Anteil der gesunden Fichten ohne Verlichtung von 21 % auf 25 %. Auch die mittlere Kronenverlichtung verringerte sich von 27,2 % auf 25,2 %. Die Sterblichkeitsrate reduzierte sich erheblich, da jüngere Bäume ältere Exemplare in den Stichproben ersetzten.
Auch bei den Buchen gab es Fortschritte: Der Anteil mit deutlichen Verlichtungen fiel von 46 % auf 38 %, und der Prozentsatz ohne Verlichtungen erhöhte sich auf 21 %. Die mittlere Kronenverlichtung sank von 28,5 % im Jahr 2024 auf nunmehr 25,6 %.
Kritische Situation bei Kiefer und Eiche
Die Lage bei den Kiefern bleibt angespannt. Hier stieg der Anteil mit starken Kronenverlichtungen von 24 % auf 31 %, während gesunde Bäume ohne Verlichtung von 20 % auf nur noch 13 % zurückgingen. Die mittlere Verlichtung erhöhte sich leicht von 22,5 % auf 24,2 %.
Bei den Eichen blieb der Anteil an stark verlichteten Kronen konstant hoch bei 51 %, wobei die Warnstufe leicht anstieg. Nur noch 16 % zeigen keine Verlichtungen mehr, was einen leichten Anstieg der mittleren Verlichtung von 29,3 % auf 30,1 % bedeutet.
Dauerhafte Herausforderung: Waldumbau
Agrarminister Alois Rainer betont die Notwendigkeit eines umfassenden Waldumbaus hin zu widerstandsfähigen Mischwäldern als langfristige Aufgabe. Er fordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Waldbesitzern, Förstern sowie Forst- und Holzwirtschaft und setzt auf mehr Zuverlässigkeit und gezielte Fördermaßnahmen bei reduzierter Bürokratie.
Die Waldzustandserhebung wird systematisch durch die Länder durchgeführt und das Bundesergebnis am Thünen-Institut für Waldökosysteme berechnet.
