Die EG Südbayern hat kürzlich ihre Mehrheitsanteile an den Schlachthöfen in Landshut und Vilshofen an die Norbert Marcher GmbH aus Villach verkauft, bleibt jedoch mit 49 % beteiligt. Diese Transaktion erfolgte nach dem Erwerb der Anteile von Vion im Herbst 2024. Erwin Hochecker, Vorstandsvorsitzender der EG Südbayern, und Norbert Marcher, Geschäftsführer der Norbert Marcher GmbH, erläuterten die Hintergründe dieses Verkaufs und ihre zukünftigen Pläne.
Hintergrund des Verkaufs
Der Verkauf der Anteile wurde hauptsächlich durch die Kündigung des Ergebnisabführungsvertrags seitens Vion verursacht. Diese Entwicklung führte dazu, dass die wirtschaftliche Grundlage für die Zusammenarbeit entfiel. Zusätzlich wollte Vion, dass sich die EG Südbayern finanziell an den Verlusten beteiligt, was abgelehnt wurde. Hochecker erläuterte, dass sie die Anteile übernommen hatten, um das Kapital der Erzeugergemeinschaft zu sichern und die geplante Schließung des Standortes Landshut abzuwenden.
Die Rolle der Marcher-Gruppe
Die Zusammenarbeit mit der Norbert Marcher GmbH entstand aus einem langjährigen Geschäftsverhältnis, bei dem Schweinehälften aus den beiden Schlachthöfen zugekauft wurden. Laut Marcher überzeugte dies von der Qualität der niederbayerischen Schweinefleischprodukte. Das österreichische Unternehmen sieht in Deutschland nicht nur einen Exportmarkt, sondern plant, diesen als Heimatmarkt zu etablieren und somit seine Marktposition weiter zu stärken.
Strategische Partnerschaft
Laut Hochecker bietet die Beteiligung an den Schlachtbetrieben strategische Vorteile in der Darstellung der gesamten Wertschöpfungskette vom Ferkel bis zur Verarbeitung. Die EG Südbayern sieht hierin eine Möglichkeit zur Mitgestaltung und Steuerung im Sinne ihrer Erzeuger. Die Partnerschaft mit Marcher wird als wertvoll erachtet, da sie eine starke Erzeugerorganisation in den Hintergrund der Schlachtbetriebe stellt.
Zukunftsaussichten
Marcher betonte die Bedeutung einer breiteren Produktpalette insbesondere bei zerlegter Ware und sieht Wachstumspotenzial in diesem Bereich. Auch wenn beide Standorte übernommen wurden, wird erwartet, dass in dieser erzeugerstarken Region langfristig Platz für beide Betriebe vorhanden ist. Investitionen sollen vor allem auf die Zerlegung fokussiert werden, besonders am Standort Landshut.
Marktanpassungen und Kundenbeziehungen
Die Anpassung der Abrechnungsmaske erfolgte bereits gemäß den Anforderungen des Absatzmarktes. Eine weitere Diskussion über Änderungen sei laut Marcher derzeit nicht notwendig; Anpassungen würden jedoch bei Bedarf einvernehmlich vorgenommen werden. Für bestehende profitable Geschäftsbeziehungen wie Lohnschlachtungen sieht man keinen Änderungsbedarf.
Zukunft der Schweinehaltung in Bayern
Trotz eines Rückgangs bei Schweinehaltern in Süddeutschland zeigt sich Marcher optimistisch hinsichtlich langfristiger Perspektiven für die Schweinehaltung in Bayern. Es wird hervorgehoben, dass effiziente Abläufe sowie optimierte Prozesse entscheidend sind für eine starke Wettbewerbsposition.
Zusammenfassend erweist sich die neue Partnerschaft zwischen EG Südbayern und Norbert Marcher GmbH als strategisch sinnvoll im Hinblick auf Markterweiterung und Produktdiversifizierung sowohl auf nationalem als auch internationalem Niveau.
