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Niedrige Wasserstände gefährden Getreidetransport und Düngerbestellungen

Angesichts der aktuellen Herausforderungen in der Landwirtschaft hat der Deutsche Raiffeisen-Verband (DRV) dringende Maßnahmen gefordert. Niedrige Wasserstände in bedeutenden Flüssen wie Rhein und Donau beeinträchtigen die Binnenschifffahrt erheblich. Dies führt zu erhöhten Transportkosten für landwirtschaftliche Erzeugnisse und Betriebsmittel. Der DRV betont, dass viele Schiffe derzeit nur ein Drittel ihrer üblichen Ladung transportieren können, was den Transport von Getreide kompliziert und teuer macht.

Logistische Engpässe belasten die Versorgungssicherheit

Die logistischen Herausforderungen betreffen nicht nur die kommenden Wochen, sondern könnten langfristig die Versorgungssicherheit gefährden. Dr. Philipp Spinne, Vorstand des DRV, erklärte, dass die Ausfälle im Schiffsverkehr nicht einfach durch Lkw oder Züge kompensiert werden können. Ein Binnenschiff ersetzt etwa 45 voll beladene Sattelzüge, doch bereits unter normalen Bedingungen gibt es einen Mangel an Lkw, Fahrern und Kapazitäten im Schienenverkehr.

Obwohl die Lagerkapazitäten der Genossenschaften momentan als ausreichend angesehen werden, ist es langfristig notwendig, Getreide effektiv zu Mühlen und Exporthäfen zu transportieren. Kurzfristige Maßnahmen wie die Lockerung des Sonntagsfahrverbots oder der temporäre Einsatz von 44-Tonnen-Lkw werden begrüßt, reichen aber laut DRV nicht aus.

Strategische Infrastrukturplanung gefordert

Dr. Spinne fordert eine umfassende Infrastrukturstrategie zur besseren Verknüpfung von Straße, Schiene und Wasserwegen. Insbesondere Schleusen und Kanalsysteme stellen oft Engpässe dar. Die vorhandenen Infrastrukturmittel in Höhe von ca. 500 Milliarden Euro sollten gezielt zum Ausbau dieser Flaschenhälse verwendet werden, um eine funktionierende Logistik sicherzustellen.

Rückgang bei Düngerkäufen für 2027

Ein weiteres Anliegen des DRV ist die Düngerversorgung für die Ernte 2027. Aufgrund hoher Preise und einer zurückhaltenden Kaufbereitschaft der Landwirte könnten im Frühjahr Engpässe entstehen. Die Einlagerungssaison hat begonnen, jedoch wurden bisher weniger als 50 % der Vorjahresmenge kontrahiert. Ein Deckungsgrad von mindestens 65 % wäre bis Jahresende ideal.

Laut Spinne beginnt die Versorgungssicherheit nicht erst im Frühjahr; fehlende Bestellungen könnten dazu führen, dass Produzenten ihre Liefermengen reduzieren. Dadurch könnte sich das Problem im Frühjahr weiter verschärfen.

EU-Hilfen: Effektivität in Frage gestellt

Es wird spekuliert, dass Landwirte auf EU-Hilfen zur Entlastung bei den Düngerkosten warten könnten. Das diskutierte Gießkannenprinzip orientiert sich an der Fläche und sieht für Deutschland rund 60 Millionen Euro vor. Allerdings scheint es unwahrscheinlich, dass Deutschland seine nationale Aufstockungsmöglichkeit nutzt. Diese würde etwa 3,60 Euro pro Hektar entsprechen – eine kaum spürbare Entlastung.

Der DRV plädiert daher für eine befristete Unterstützung frühzeitiger Düngerbestellungen nach dem französischen Modell, das bereits erfolgreich angewendet wurde. Eine gesicherte Düngemittelversorgung ist entscheidend für eine erfolgreiche Ernte 2027.