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Dramatischer Anstieg der Strohpreise im Süden und Südwesten Deutschlands

Im September steigen die Strohpreise in mehreren deutschen Bundesländern erheblich, obwohl die Getreide- und Strohernte gerade erst abgeschlossen wurde. Besonders betroffen sind der Süden, Südwesten und Teile Ostdeutschlands, während im Nordwesten und Norden die Preise stabil bleiben oder sogar sinken.

Regionale Unterschiede bei Strohpreisen

In Regionen wie Baden-Württemberg, Bayern und Hessen gibt es einen deutlichen Futtermangel, der zu einem Preisanstieg führt. Die starke Hitze und Trockenheit haben sowohl die Futterproduktion als auch die Getreideernte beeinträchtigt, was sich direkt auf die Verfügbarkeit von Stroh ausgewirkt hat. In diesen Gebieten müssen Landwirte und Pferdehalter im September deutlich mehr für Stroh bezahlen als noch im Vormonat.

Anders sieht es in Niedersachsen und Schleswig-Holstein aus. Hier war die Heuernte gut, sodass die Strohpreise nach einem anfänglichen Anstieg im August nun wieder leicht gesunken sind. Trotz dieser regionalen Unterschiede rechnen Landwirtschaftsverbände mit weiter steigenden Preisen für Heu und Stroh in den kommenden Monaten.

Herausforderungen für landwirtschaftliche Betriebe

Laut Joachim Rukwied vom Landesbauernverband Baden-Württemberg stehen viele tierhaltende Betriebe vor der Herausforderung, ihre Tiere über den Winter zu bringen. Bereits jetzt greifen einige auf Futterreserven zurück, die eigentlich für den Winter gedacht waren. Der Markt ist vielerorts leergefegt, und für das verfügbare Stroh werden Preise verlangt, die rund 50 Prozent über dem Niveau des Vorjahres liegen.

Im Durchschnitt mussten Einkäufer im September etwa 114 Euro pro Tonne zahlen. Besonders teuer ist das Stroh weiterhin in Niedersachsen-Ost mit 140 Euro je Tonne. In Sachsen-Anhalt stieg der Preis auf 137 Euro je Tonne, während er in Hessen nun 134 Euro beträgt.

Entwicklung der Preise im Überblick

In Bayern kletterten die Preise auf 127 Euro je Tonne, ein Anstieg um 4 Euro gegenüber dem Vormonat. In Rheinland-Pfalz blieben sie hingegen bei 110 Euro stabil. Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete mit einer Erhöhung um 21 Euro auf 105 Euro je Tonne den stärksten Preisanstieg. In Thüringen kostet ein Großballen jetzt 103 Euro je Tonne, ebenfalls ein signifikanter Anstieg um 18 Euro.

Interessanterweise gab es in Schleswig-Holstein einen Preisrückgang um 40 Euro auf nunmehr 100 Euro je Tonne – der stärkste Rückgang deutschlandweit. In Westfalen sind die Preise mit 95 Euro unverändert geblieben, ebenso wie in Brandenburg mit 90 Euro je Tonne.

Trotz dieser regional sehr unterschiedlichen Entwicklungen bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Monaten weiterentwickelt und ob sich ein Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage einstellen kann.