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Landwirte fordern Klimaschutzwende: GAP soll Maßnahmen stärken

Der Sommer 2026 hat die deutsche Landwirtschaft vor erhebliche Probleme gestellt. Anhaltende Hitze und Dürreperioden führten zu eingeschränkten Ernten und erschwerten die Versorgung der Tiere mit Futter. Vor diesem Hintergrund fordern zahlreiche Landwirte einen dringenden Wechsel in der Klimaschutzpolitik, um künftigen Herausforderungen besser begegnen zu können. Die Bio-Anbauverbände Bioland und Naturland betonen, dass neben rascher und unkomplizierter Unterstützung vor allem langfristige Strategien für Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen unerlässlich sind.

Notwendigkeit einer stärkeren Förderung durch die GAP

Die Bioverbände kritisieren, dass das Thema Klimaschutz nicht einheitlich in allen Ministerien priorisiert wird. Bioland-Vizepräsidentin Sabine Kabath hebt hervor, dass das Umweltministerium zwar Schritte unternommen hat, aber auch andere Ressorts, insbesondere das Agrarministerium, dringend folgen müssen, da die Landwirtschaft bereits stark betroffen ist.

Innerhalb der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) orten die Verbände erhebliches Potenzial zur Förderung von Betrieben, die ihre Anbaumethoden widerstandsfähiger gestalten. Maßnahmen wie Agroforst sollten stärker unterstützt werden, um langfristig zur Ernährungssicherheit beitragen zu können. Naturland-Präsident Eberhard Räder regt an, diese Förderungen auszuweiten und attraktiver zu gestalten.

Umdenken bei der Verteilung der GAP-Mittel ab 2028

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert eine Neuausrichtung der Verteilung der GAP-Gelder ab 2028. Bernd Schmitz, stellvertretender AbL-Bundesgeschäftsführer, unterstreicht die Notwendigkeit, Gelder so zu verwenden, dass sie Maßnahmen finanzieren, welche die Klimaresilienz stärken und konkrete Leistungen auf den Höfen honorieren. Flächenprämien ohne spezifischen Zweck würden nicht ausreichen, um zukunftsfähige Agrarstrukturen zu schaffen.

Darüber hinaus betont Schmitz die Wichtigkeit verbindlicher Klimaziele für jeden Sektor sowie den Ausstieg aus fossilen Energieträgern zugunsten erneuerbarer Energiequellen.

Betriebliche Wasserresilienz als Schlüsselthema

Laut Schmitz sind Programme zur Stärkung der betrieblichen Wasserresilienz ebenso notwendig wie ein regionales Wassermanagement und faire Erzeugerpreise. Diese Maßnahmen könnten helfen, die gestiegenen Kosten in der Landwirtschaft nicht nur auf die Produzenten abzuwälzen.

Klimaschutz ins Grundgesetz integrieren

Das Angebot von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU), zusätzliche Mittel für eine Mehrgefahrenversicherung bereitzustellen, wird von der AbL als unzureichend angesehen. Ottmar Ilchmann von der AbL meint, keine Versicherung könne künftig die Kosten fehlender politischer Maßnahmen kompensieren. Stattdessen unterstützt er den Vorschlag von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD), Klimaschutz und Anpassung direkt im Grundgesetz zu verankern.