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Agrarministerkonferenz 2026: Düngerecht und GAP-Reform im Fokus

In der gegenwärtigen Agrarpolitik in Deutschland stehen bedeutende Themen auf der Agenda, da vom 23. bis 25. September 2026 die Agrarministerkonferenz (AMK) in Würzburg stattfindet. In diesem Jahr hat Bayern den Vorsitz des wichtigsten Beschlussgremiums in der deutschen Agrarpolitik inne. Insgesamt 62 Punkte werden in den kommenden Tagen diskutiert, wobei keine endgültigen Entscheidungen zur Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) erwartet werden.

Debatten über die Zukunft der GAP

Ein entscheidender Schwerpunkt der Konferenz liegt auf der Reform der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik ab 2028. Die Ministerinnen und Minister beraten über Deutschlands Position bei den anstehenden Trilog-Verhandlungen in Brüssel. Diskutiert werden unter anderem die Kappung und Degression von Agrarzahlungen sowie die Verteilung der Gelder auf nationaler Ebene. Wichtig ist hierbei auch die Ausarbeitung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur künftigen Umsetzung der GAP in Deutschland.

Düngerecht: Drei mögliche Ansätze

Im Gegensatz zur GAP soll es beim Düngerecht zu einem konkreten Beschluss kommen. Drei unterschiedliche Ansätze stehen zur Diskussion: Baden-Württemberg favorisiert eine Beibehaltung, aber Lockerung der Regelungen in den Roten Gebieten, während Bayern, NRW und Sachsen-Anhalt diese Gebiete abschaffen wollen und eine genauere Kontrolle auf Betriebsebene anstreben. Der Bund hingegen plant eine Abschaffung der Roten Gebiete zugunsten flächendeckend strengerer Vorschriften. Die Debatte darüber, ob jedes Bundesland selbst entscheiden darf oder ein einheitliches Vorgehen besser wäre, spaltet die Länder.

Zukunft des Tierhaltungskennzeichens ungewiss

Auf der Konferenz wird auch intensiv über das Tierhaltungskennzeichengesetz diskutiert. Mehrere Anträge befassen sich mit dessen Abschaffung, wie von CDU/CSU-Vertretern vorgeschlagen. Auch Till Backhaus aus Mecklenburg-Vorpommern unterstützt diese Position. Weitere Themen betreffen Fristenverschiebungen im Bereich Sauenhaltung sowie die Technische Anleitung Luft (TA-Luft).

Kritik an Naturschutzverordnung und Demonstrationen

Ein weiteres zentrales Thema ist die EU-Verordnung zur Wiederherstellung von Naturgebieten. Schleswig-Holstein fordert eine Anpassung dieser Verordnung, um Lebensräume auszunehmen, die aufgrund des Klimawandels ohnehin gefährdet sind oder bereits einen guten Zustand haben. Trotz zahlreicher kritischer Themen gibt es jedoch keinen Antrag zu den Dieselpreisen oder dem Agrardiesel.

Für Donnerstag sind mehrere Demonstrationen angekündigt, darunter eine Kundgebung des Bayerischen Bauernverbands vor dem Tagungsgebäude. Kritisiert werden hohe Kosten und strenge Auflagen, die Landwirte belasten. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft plant ebenfalls eine Aktion, um auf die drastische Reduzierung landwirtschaftlicher Betriebe hinzuweisen und eine stärkere Förderung junger Landwirte zu fordern.