Die hochpathogene aviäre Influenza (HPAI) H5N1 zeigt in Asien weiterhin eine komplexe Dynamik, obwohl die Zahl der Ausbrüche insgesamt abnimmt. In den letzten Wochen meldeten jedoch mehrere asiatische Länder neue Fälle, was auf eine anhaltende Bedrohung für die Geflügelbestände hinweist.
Vermehrte Virusnachweise in Südasien
Indien berichtet über ein erneutes Auftreten von HPAI H5N1 in mehreren Bundesstaaten zwischen Januar und März. Sikkim war der erste betroffene Staat, gefolgt von Ausbrüchen in Bihar und Chhattisgarh. Besonders schwerwiegend war der Vorfall in Chhattisgarh, wo über 4.700 Tiere starben und mehr als 24.700 vorsorglich getötet wurden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Die genaue Quelle dieser Ausbrüche bleibt unklar.
Nepal erlebte ebenfalls einen Anstieg der HPAI-Fälle, mit derzeit 39 registrierten Ausbrüchen seit März. Diese Vorfälle werden teilweise auf das Vorkommen von Wildvögeln zurückgeführt, die als Träger des Virus agieren könnten. Zugleich führen hohe Temperaturen und eine gesteigerte Nachfrage zu einem Anstieg der Eierpreise im Land, was die Situation weiter verschärft.
Rückläufige Trends in Ostasien
In Japan nahm die Anzahl der HPAI-Ausbrüche seit Oktober auf 24 zu, wobei Ende April ein erheblicher Fall in Tohoku bekannt wurde, bei dem rund 237.000 Legehennen betroffen waren. Südkorea verzeichnete im April einen weiteren Ausbruch in Chungcheong-namdo, wo das Virus in einem großen Geflügelbestand nachgewiesen wurde.
Taiwan meldete kürzlich vier neue Fälle von HPAI bei einheimischen Hühnerrassen. Diese Vorfälle traten zwischen dem 10. und 18. April auf und führten zur Infektion von über 1.000 Tieren in mehreren Schlachthöfen.
Wiederauftreten des Virus in Südostasien
Kambodscha verzeichnete neue H5N1-Fälle in Svay Rieng nach einer Pause seit Dezember des vergangenen Jahres. Dies geschah zeitgleich mit einer bestätigten menschlichen Infektion in der gleichen Region. Die Behörden gaben jedoch an, dass andere Provinzen wie Oddar Meanchey inzwischen als frei vom Virus gelten.
Auf den Philippinen wurde ein aktueller Ausbruch auf einem Entenhof auf der Zamboanga-Halbinsel gemeldet, während andere Regionen derzeit keine neuen Fälle melden.
Besorgniserregende menschliche Infektionen
Bangladesch und Kambodscha meldeten Ende April jeweils eine menschliche Infektion mit dem H5N1-Virus. In Kambodscha führte dies zum Tod einer älteren Frau mit Vorerkrankungen. Auch Bangladesch musste den Verlust eines Kindes durch das Virus beklagen.
China bestätigte kürzlich mehrere Infektionen mit aviären Influenzaviren bei Menschen, darunter auch Todesfälle durch das H5N6-Virus. Weitere Fälle betreffen das H9N2-Virus; alle betroffenen Kleinkinder haben sich jedoch erholt.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Bedrohung durch HPAI trotz rückläufiger Gesamtzahlen weiterhin ernst genommen werden muss, da sowohl Tiere als auch Menschen betroffen sind und wirtschaftliche Auswirkungen spürbar sind.
