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Holzpreise für Fichte und Kiefer fallen deutlich: Ursachen und Folgen

Die Holzpreise für Fichte und Kiefer sind in den letzten Monaten stark gesunken, was die Branche vor Herausforderungen stellt. Besonders betroffen ist der Markt für Nadelsägerundholz, wobei die Preise im zweiten Quartal 2026 um etwa zehn Euro pro Festmeter zurückgingen. Dies ist eine Folge von gut gefüllten Lagerbeständen in der Sägeindustrie und einer nachlassenden Nachfrage.

Überangebot drückt auf Preise

Das Überangebot an Holz hat zu einer deutlichen Preisreduktion geführt. Die Sägewerke sind derzeit gut versorgt, während Waldbesitzer und Waldbauern mit wachsenden Waldlagerbeständen zu kämpfen haben. Diese Situation wurde durch gestiegene Transport- und Logistikkosten sowie verschobene Warenströme infolge des Irankriegs zusätzlich verschärft. Große Exporteure reduzieren ihre Einkäufe von Schnittholz, was den Druck auf die Preise weiter erhöht.

Laut Berichten der Waldbesitzerverbände sind die Preise für Fichtensägerundholz auf durchschnittlich 123 bis 125 Euro pro Festmeter gesunken, verglichen mit einem Allzeithoch von über 130 Euro im März 2026. Auch bei Kiefernholz werden größere Preisrückgänge beobachtet, was den Absatz erschwert.

Transportkosten als zusätzlicher Faktor

Die stark gestiegenen Transportkosten belasten die Branche zusätzlich. Die knappen Frachtkapazitäten führen dazu, dass der Abtransport des Holzes verzögert wird, was wiederum die Lagerbestände in den Wäldern anwachsen lässt. Diese Umstände könnten langfristig zu einem Qualitätsverlust des gelagerten Holzes führen, befürchten Branchenvertreter.

Vor diesem Hintergrund erwarten Waldbesitzerverbände weitere Preisrücknahmen für Fichte und Kieferholz durch die Sägeindustrie. Der Abschluss der Lauholzsaison zeigt auch Auswirkungen auf andere Holzarten: Während Nadelholz vermehrt eingeschlagen wurde, sind Laubholzmengen wie Eiche und Buche verknappt und deren Preise bis April gestiegen.

Internationale Konflikte beeinflussen Märkte

Der Irankrieg hat spürbare Auswirkungen auf den Holzexport und -handel. Schnittholzmengen konnten nicht wie geplant abgesetzt werden, was das Angebot auf anderen Märkten erhöhte und den Handel störte. Die Folgen für Exportpreise sind derzeit noch unklar, beeinflussen jedoch das Einkaufsverhalten am deutschen und europäischen Markt.

Sägewerke könnten ihren Einkauf in naher Zukunft weiter reduzieren, da sie teilweise hohe Rundholz-Werkslager haben. Waldbesitzer sind daher angehalten, ihre Lager schnell abzutransportieren und die Produktion zu strategischen Zeiten anzupassen. Eine erneute Angebotsverknappung könnte bereits im Juli eintreten, falls weiterhin Kalamitätsholz fehlt.