Die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten, insbesondere die Aussicht auf ein Ende des Irankonflikts, haben weltweit zu einem Rückgang der Energiepreise geführt. Diese Veränderungen schlagen sich auch in den internationalen Düngemittelpreisen nieder, die auf ihr Vorkriegsniveau gesunken sind. In Deutschland hingegen reagieren die Düngemittelpreise nur langsam auf diese globale Entspannung.
Weltmarktpreise für Düngemittel sinken
Laut einem Bericht der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und Markt Pro sind die Weltmarktpreise für wichtige Stickstoffdünger wie Harnstoff und AHL (Ammonium-Nitrat-Lösung) in den letzten Wochen deutlich zurückgegangen. An der CME-Börse wird granulierter Harnstoff aus dem Mittleren Osten zu Preisen gehandelt, die den Werten vom Februar 2026 entsprechen, nämlich bei 485 US-Dollar pro Tonne.
Der Rückgang der Preise ist nicht nur auf das Ende der Konflikte im Iran zurückzuführen. Auch das hohe Angebot aus China trägt dazu bei, dass die Stickstoffpreise unter Druck stehen. Besonders Harnstoff hat aufgrund des Überangebots einen signifikanten Preisrückgang erlebt.
Deutsche Händler zögern noch
Trotz der gesunkenen Importkosten zeigt sich der lokale Handel in Deutschland zurückhaltend. Es gibt nur wenige Preismeldungen und geringe Verkaufsaktivitäten. Besonders im Nordwesten Deutschlands sind die Preisnachlässe an großen Handelsplätzen spürbar, während kleinere Händler aufgrund von Lager- und Transportkosten noch höhere Preise veranschlagen.
Regional variieren die Preise stark, sodass die massiven Preissenkungen des Weltmarkts nicht überall gleichermaßen ankommen. Der Handel wartet möglicherweise ab, wie sich die Lage weiterentwickelt, bevor er seine Preise drastisch anpasst.
