Die Preise für Braugerste in Europa zeigen derzeit einen rückläufigen Trend. Dieser wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, darunter die jüngsten Regenfälle, die Bedenken hinsichtlich einer Überversorgung des Marktes verstärken. Gleichzeitig führt der sinkende Bierkonsum in Europa zu einer geringeren Nachfrage nach Malz, was sich negativ auf den Braugerstemarkt auswirkt. Laut dem Deutschen Raiffeisenverband wird die diesjährige deutsche Sommergerstenernte auf 1,63 Millionen Tonnen geschätzt, verglichen mit 1,821 Millionen Tonnen im Vorjahr.
Aktuelle Preisentwicklungen und Marktbedingungen
Am dänischen Handelsplatz in Kopenhagen wird Braugerste derzeit zu knapp 200 Euro pro Tonne gehandelt. In Deutschland liegen die Preise an südwestdeutschen Großhandelsplätzen zwischen 205 und 212 Euro pro Tonne, ähnlich wie in Frankreich. Diese Märkte spiegeln die allgemeine Preissituation wider, wobei trotz eines Rückgangs im Anbau in wichtigen Exportländern wie Großbritannien die Endbestände hoch bleiben könnten.
Die Zurückhaltung der Landwirte beim Verkauf und eine rückläufige europäische Anbaufläche stützen zwar die Preise, doch wirkt die schwache Nachfrage dieser Aufwärtstendenz entgegen. Die zukünftige Preisentwicklung wird maßgeblich von der Qualität der neuen Ernte abhängen. Der europäischen Handelsplatz Rouen notiert für die alte Ernte aktuell bei 215 Euro pro Tonne und für die neue Ernte 2026 bei 229 Euro pro Tonne.
Futtergerste: Ein Blick auf den Markt
Insgesamt verzeichneten Gerstenpreise am europäischen Kassamarkt eine Abnahme, insbesondere bei Futtergerste. Dieser Trend wurde durch fallende Weizenpreise ausgelöst, bedingt durch Hoffnungen auf Frieden im Nahen Osten und den erwarteten Erntedruck. Ende Juni wird der Beginn der Wintergerstenernte in Westeuropa erwartet, wobei trotz Trockenheit im Frühjahr gute Ertragsaussichten bestehen.
Laut FranceAgriMer wurden 76 Prozent der Wintergerstenbestände positiv bewertet. Die Nachfrage nach Futtergerste ist vor den Ernten noch verhalten, aber Chinas Rückkehr in die Verschiffungspläne hat das Verladevolumen gesteigert. Die Preisbildung bleibt an den Weizenmärkten orientiert.
Saatgutverkäufe und Flächenentwicklung
Laut ersten Schätzungen erwartet die Braugersten-Gemeinschaft e.V., dass sich die Sommergerstenfläche auf rund 320.000 Hektar beläuft, inklusive etwa 30.000 Hektar Herbstsaat. Rund 307.000 Hektar sollen Brauqualität erreichen. Die Aussaatbedingungen für Winter- und Sommergerste waren nahezu ideal.
Im letzten Jahr wurden etwa 1,54 Millionen Tonnen Gerste zu Malz verarbeitet, etwas weniger als im Jahr 2019 mit 1,67 Millionen Tonnen. Der Deutsche Raiffeisenverband prognostiziert für dieses Jahr eine stabile Anbaufläche von etwa 308.000 Hektar, jedoch sind niedrigere Erträge zu erwarten.
