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Weizenpreise in Polen steigen durch Hafenangriffe und Regenverzögerung

Der Weizenmarkt in Polen erlebt derzeit eine bemerkenswerte Preissteigerung, angetrieben durch eine Kombination aus geopolitischen Spannungen und wetterbedingten Ernteverzögerungen. Die jüngsten Angriffe auf Häfen im Schwarzen Meer haben den Schiffsverkehr erheblich gestört, insbesondere in Noworossijsk, dem zentralen Exporthafen Russlands. Diese Entwicklungen haben dazu geführt, dass Russland die Beladung von Getreide vorübergehend eingestellt hat. Gleichzeitig wird die Ernte in Polen durch anhaltende Regenfälle gebremst, was zu einem Anstieg der Weizenpreise führt. Experten warnen jedoch vor der Instabilität dieser Preisentwicklung.

Weizenpreis erreicht Vorjahresniveau

An der Pariser Börse MATIF verzeichnete Weizen einen deutlichen Preisanstieg. Der September-Kontrakt stieg am 21. Juli 2026 um 13,50 €/t im Vergleich zur Vorwoche und erreichte damit wieder das Niveau vom Ende der Saison 2022/23 mit 243 €/t. Diese Rückkehr zu früheren Kursniveaus spiegelt die aktuellen Marktbedingungen wider.

Polnischer Weizenmarkt unter Druck

In Polen stiegen die Preise für Konsumweizen (mit 12,5 % Protein) in nur zwei Tagen um 18 PLN/t (etwa 4 €/t) auf durchschnittlich 829 PLN/t (ca. 191 €/t). Seit Mitte Juli beträgt der Zuwachs 55 PLN/t (ca. 13 €/t), wobei Spitzenpreise von bis zu 900 PLN/t (etwa 208 €/t) gemeldet werden. Auch Futterweizen legte um denselben Betrag zu und wird im Durchschnitt mit 775 PLN/t (etwa 179 €/t) gehandelt.

Andere Getreidearten wie Gerste, Triticale, Roggen, Hafer und Mais verzeichnen ebenfalls Preisanstiege, allerdings in geringerem Umfang:

  • Gerste: zwischen 580 und 750 PLN/t (ca. 134–173 €/t), ein Anstieg um 20 PLN/t seit Mitte Juli
  • Triticale: Ø 658 PLN/t (ca. 152 €/t), Spanne von 600–710 PLN/t (ca. 139–164 €/t)
  • Roggen: Ø 591 PLN/t (ca. 137 €/t), Spanne von 520–680 PLN/t (ca. 120–157 €/t)
  • Hafer: Ø 509 PLN/t (ca. 118 €/t), Spanne von 460–580 PLN/t (ca. 106–134 €/t)
  • Mais: Ø 831 PLN/t (ca. 192 €/t), Spanne von 790–880 PLN/t (ca.182–203 €/t)

Uneinheitliche Erträge und Qualität

Die Erntebedingungen variieren stark innerhalb Polens. In der Region Lublin wurden hohe Klebergehalte über 30 und Fallzahlen bis zu 400 Sekunden erreicht, bevor Regenfälle die Ernte unterbrachen. In Kujawien liegen die Erträge schwächerer Standorte bei etwa 4,5 t/ha mit Proteingehalten von bis zu 15 %, während bessere Lagen höhere Mengen liefern, aber nur Dichten von etwa72 kg/hl erreichen.

Niederschlesien und Süd-Großpolen berichten von guten Böden mit Erträgen um8 t/ha bei einem Proteingehalt von etwa 13,5 %. Allerdings gibt es auch hier erhebliche Schwankungen innerhalb der Bestände.

Zögerliche Verkäufe trotz steigender Preise

Trotz der anziehenden Preise zögern viele polnische Landwirte beim Verkauf ihres Weizens. Zwei Gründe werden hierfür genannt: viele Vorkontrakte müssen zunächst zu niedrigeren Preisen erfüllt werden und Verkäufer spekulieren auf noch bessere Angebote in naher Zukunft.

Marktexperten warnen jedoch davor, dass die momentanen Preisaufschläge überwiegend auf kurzfristige Nachrichten wie Wetterereignisse oder geopolitische Entwicklungen zurückzuführen sind. Sollte sich die Lage stabilisieren oder die Ernte reibungsloser verlaufen, könnte die derzeitige Preisblase rasch platzen.