Die Diskussion über die Unterstützung des europäischen Milchmarkts bleibt aktuell und kontrovers. Trotz des Drucks einiger EU-Mitgliedstaaten wird die Europäische Kommission vorerst keine Interventionen in den Milchmarkt vornehmen. Insbesondere Litauen hatte sich für die Aktivierung der Privaten Lagerhaltung (PLH) ausgesprochen, um die lokalen Milchbauern in ihrer schwierigen Lage zu unterstützen. Doch EU-Agrarkommissar Christophe Hansen lehnte diese Forderung ab.
Stabile Preise bei Milchprodukten
Laut Hansen hat sich die Situation auf dem Markt für Milchprodukte stabilisiert, was einen Eingriff seitens der EU-Kommission unnötig mache. Die Preise für Magermilchpulver sind seit Jahresbeginn um 29%, und für Molkepulver um 41% gestiegen, beide liegen mittlerweile deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Diese Entwicklung wird als Zeichen einer Marktberuhigung interpretiert.
Dynamische Nachfrage als Hoffnungsschimmer
Der europäische und internationale Markt zeigt weiterhin eine dynamische Nachfrage nach Milchprodukten, was laut Hansen ein positiver Indikator ist. Die Exporte aus der Europäischen Union haben im letzten Jahr zugenommen, mit einem besonderen Anstieg in den vergangenen Monaten. Die EU-Kommission plant, den Milchmarkt weiterhin genau zu beobachten und bei Bedarf einzugreifen.
Unterschiedliche Meinungen innerhalb der EU
Agrarstaatssekretär Markus Schick aus Deutschland sieht keine Notwendigkeit für weitere Maßnahmen am deutschen Milchmarkt und fordert lediglich eine fortgesetzte Überwachung durch die Kommission. Auch Frankreich teilt diese Ansicht. Im Gegensatz dazu verweisen andere Länder wie Polen auf ein hohes Angebot bei gleichzeitig niedrigen Preisen und hegen dennoch Hoffnung auf eine allmähliche Erholung.
Einsatz für höhere Interventionspreise
Länder wie Portugal, Tschechien, Ungarn, Rumänien sowie Estland und Lettland unterstützen Litauens Forderung nach einer Erhöhung der Interventionspreise zur Unterstützung der Privaten Lagerhaltung. Portugal hat sich besonders stark dafür ausgesprochen, diesen Preis anzuheben, um den Markt zu stabilisieren und den landwirtschaftlichen Sektor zu entlasten.
