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Estland stärkt Landwirtschaft: Regierung baut kleinere Schweinebetriebe auf

Estland steht weiterhin vor großen Herausforderungen durch die Afrikanische Schweinepest (ASP). Im Jahr 2025 führte ein ASP-Ausbruch dazu, dass 28.500 Schweine in einem Betrieb gekeult werden mussten. Um dieser Bedrohung entgegenzuwirken, plant die estnische Regierung eine umfassende Umstrukturierung der Schweinehaltung. Das Ziel ist es, kleinere Betriebe zu etablieren, da diese als weniger anfällig für ASP-Infektionen gelten.

Kleine Betriebe im Fokus

Das estnische Landwirtschaftsministerium sieht in kleineren Schweinehaltungen einen entscheidenden Vorteil im Kampf gegen die ASP. In den kommenden fünf bis zehn Jahren sollen sechs neue Schweinebetriebe mit jeweils 2.500 Sauen entstehen. Für dieses Vorhaben werden insgesamt 75 Millionen Euro benötigt. Bereits in diesem Jahr wurden 13 Millionen Euro für den Aufbau der ersten beiden Betriebe bereitgestellt. Die restlichen Mittel sollen aus europäischen Förderprogrammen fließen.

Schwierige Bedingungen durch niedrige Preise

Laut Hendrik Johannes Terras, dem estnischen Landwirtschaftsminister, ist der Aufbau eines dezentralen Schweinesektors dringend notwendig. Trotz staatlicher Unterstützung zögern Banken jedoch bei der Kreditvergabe für Investitionen in diesen Sektor. Grund dafür sind die derzeit niedrigen Schweinepreise, die kaum ausreichen, um die Produktionskosten zu decken.

Derzeit sind laut dem Friedrich Loeffler Institut (FLI) 73 Wildschweine in Estland mit ASP infiziert, während Hausschweine aktuell verschont bleiben. Im Jahr 2025 waren allerdings noch 243 Wildschweine und 11 Hausschweine betroffen.

Diese Entwicklungen verdeutlichen das komplexe Zusammenspiel von Seuchenbekämpfung und wirtschaftlichen Herausforderungen in der estnischen Landwirtschaft. Die geplanten Maßnahmen sollen nicht nur die Ausbreitung der ASP verhindern, sondern auch langfristig die Stabilität des Schweinesektors sichern.