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Polen und Ungarn stoppen Arbeitsvisum: Geflügelbranche in Bedrängnis

Die jüngsten Maßnahmen zur Begrenzung von Arbeitskräften aus Nicht-EU-Staaten in Polen und Ungarn werfen Fragen über die zukünftige Entwicklung der europäischen Geflügelwirtschaft auf. Beide Länder haben ihre Vorschriften verschärft, was potenziell weitreichende Auswirkungen auf den Sektor haben könnte.

Ungarn stoppt Arbeitsvisum

Im Juni 2026 hat Ungarn die Ausstellung neuer Arbeitsvisum für Bürger aus den Philippinen, Georgien und Armenien eingestellt. Die Regierung betrachtet diesen Schritt als Teil einer umfassenderen Strategie zur Regulierung der Beschäftigung von Gastarbeitern. Diese Entscheidung könnte erhebliche Folgen für Unternehmen wie Master Good haben, die stark auf philippinische Arbeitskräfte angewiesen sind. Der Inhaber des Unternehmens, László Bárány, betonte die Bedeutung dieser Mitarbeiter angesichts der demografischen Herausforderungen und des Mangels an einheimischen Arbeitskräften. Trotz dieser Bedenken argumentiert Premierminister Peter Magyar, dass höhere Löhne mehr einheimische Arbeitnehmer anziehen könnten.

Polen verschärft Einwanderungsregeln

Auch Polen hat seine Regeln für ausländische Arbeitskräfte verschärft. Die Anzahl der Arbeitserlaubnisse für Nicht-EU-Bürger ist im vergangenen Jahr um 22 % gesunken. Unternehmen berichten von langen Genehmigungsprozessen, die teilweise über sechs Monate dauern können. Diese Verzögerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die polnische Wirtschaft stark auf internationale Arbeitskräfte angewiesen ist. Laut dem Polnischen Wirtschaftsinstitut sind bereits mehr als eine Million Ausländer im Land tätig, doch bis 2035 könnte ein Mangel von 2,1 Millionen Arbeitskräften drohen.

Geflügelverarbeiter unter Druck

Die neuen Regelungen könnten zu erheblichen Herausforderungen für die Geflügelbranche führen. Insbesondere in den Bereichen Schlachtung, Zerlegung und Logistik drohen steigende Lohnkosten und Investitionsverzögerungen. Da Polen eine führende Rolle in der europäischen Geflügelfleischproduktion spielt, könnten diese Entwicklungen auch Auswirkungen auf den gesamten EU-Markt haben.