Die bedeutendste Bio-Milchfarm Neuseelands wechselt den Kurs: Die Farmen, die früher unter dem Management von Aquila Capital standen, werden nicht länger ökologisch bewirtschaftet. Diese Entscheidung ist ein Resultat des Verkaufs durch die Hamburger Investmentgesellschaft, die ihr Portfolio an einen neuen Eigentümer übertragen hat. Diese Entwicklung markiert das Ende der Ära des größten Biomilchproduzenten des Landes.
Vom Vorzeigeprojekt zur konventionellen Landwirtschaft
Aquila Capital hatte die sechs Farmen in der Region Southland im Jahr 2011 erworben und ab 2018 erfolgreich auf ökologische Landwirtschaft umgestellt. Mit einer Fläche von insgesamt 2.970 Hektar und über 5.000 Milchkühen war das Projekt beeindruckend. In der Spitzenzeit wurden mehr als 23,5 Millionen Liter Milch pro Saison produziert, wobei fünf der sechs Farmen Herden mit A2-Genetik hielten.
Die Anlagen umfassten auch eine umfangreiche Infrastruktur mit 28 Wohnhäusern für Mitarbeiter, acht Melkkarussellen und einem Fischgrätenmelkstand. Trotz dieser Investitionen und der Bio-Zertifizierung entschied sich Aquila Capital im vergangenen Jahr für den Verkauf, was nun zu einem Paradigmenwechsel in der Bewirtschaftung führt.
Ein Ende und ein neuer Anfang
Laut Berichten von Farmers Weekly hat Open Country Dairy bestätigt, dass die neuen Eigentümer nicht länger auf ökologische Methoden setzen werden. Dies bedeutet eine erhebliche Veränderung für den neuseeländischen Biomilchmarkt, da diese Farmen zuvor als Vorreiter im großflächigen Ökolandbau galten. Die Details über die neuen Besitzer oder den Kaufpreis bleiben aufgrund rechtlicher Vereinbarungen vertraulich.
Mit dem Rückzug von Aquila Capital aus diesem Bereich endet auch ihre Präsenz in der Region Southland vollständig. Der deutsche Asset-Manager, bekannt für seine Investitionen in nachhaltige Sachwerte und erneuerbare Energien, hatte die Betriebe durch das lokale Managementunternehmen Aquila Sustainable Farming Ltd. geführt.
Auswirkungen auf den Markt für Bio-Milchprodukte
Der Wegfall des größten Bio-Lieferanten wirft Fragen über die zukünftige Entwicklung des Marktes für biologische Milchprodukte in Neuseeland auf. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Veränderungen auf die regionale Wertschöpfungskette und die lokalen Milchviehhalter auswirken werden.
Dieser Strategiewechsel könnte sowohl Herausforderungen als auch Chancen für andere Akteure im Bereich der ökologischen Landwirtschaft bieten. Die langfristigen Auswirkungen dieser Entscheidung werden sich erst noch zeigen müssen.
