In Zeiten zunehmender Klimaveränderungen, die durch Extremwetter wie Dürren und Starkregen gekennzeichnet sind, stehen Landwirte vor erheblichen Herausforderungen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) hebt hervor, dass eine breitere Fruchtfolge mit verschiedenen Kulturen nicht nur die Erträge stabilisieren, sondern auch die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der Betriebe erhöhen kann. Besonders in Regionen wie Märkisch-Oderland und Oder-Spree in Brandenburg, wo Trockenheit ein ständiges Problem darstellt, kann diese Strategie von großer Bedeutung sein.
Vielfalt im Anbau als Schlüssel zur Risikominderung
Laut der Untersuchung können diversifizierte Anbaumethoden, wie der Streifenanbau auf kleineren Flächen, die Risiken sowohl aus klimatischen als auch aus marktbedingten Schwankungen deutlich reduzieren. In der Studie wurden verschiedene Modelle getestet, darunter zeitlich variierte Fruchtfolgen und die Aufteilung in kleinere Parzellen mit mehreren Kulturen. Diese Methoden wurden gegen traditionelle Anbauweisen verglichen, bei denen hauptsächlich Getreide, Raps und Silomais ohne Hülsenfrüchte genutzt werden.
Die Ergebnisse zeigten eine klarere Verteilung der Risiken bei vielfältigen Fruchtfolgen: Sollte eine Kulturart schwächeln, könnten andere Pflanzen dies kompensieren. Insbesondere der Streifenanbau erzielte dabei bemerkenswerte Effekte in Bezug auf die Biodiversität.
Finanzielle Vorteile und Einsparpotenziale
Ein bioökonomisches Modell simulierte über einen Zeitraum von 30 Jahren diverse Szenarien unter Berücksichtigung von Wetter- und Preisschwankungen. Die Einführung von kleineren Parzellen könnte das wirtschaftliche Risiko um mehr als 200 Euro pro Hektar senken, während das Einkommen stabil bleibt. Allerdings gehen diese Systeme auch mit einem erhöhten Arbeitsaufwand einher; Maschinen müssen häufiger gewendet werden und es entstehen mehr Feldränder.
Neue Prämienmodelle als Anreiz
Ein innovatives Prämienmodell wurde getestet, das anstelle der bisherigen flächenbasierten Förderungen eine Zahlung auf Basis der Feldrandlänge vorsieht. Laut Dr. Hannah v. Czettritz vom ZALF könnte diese Maßnahme helfen, kleinere Feldstrukturen zu fördern und gleichzeitig das ökonomische Risiko zu mindern. Diese Form der Unterstützung wäre kostenneutral und könnte die Einkünfte stabilisieren.
Die Studie legt nahe, dass eine räumliche Vielfalt im Anbau nicht nur klimatischen Herausforderungen entgegenwirkt, sondern auch besser auf Marktschwankungen reagiert. Dennoch betont Dr. v. Czettritz die Notwendigkeit weiterer Forschung zur Kosten-Nutzen-Analyse sowie zu technischen Lösungen wie dem Einsatz von Feldrobotern.
