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Bewegungsbuchten ab 2036: Worauf Sauenhalter achten müssen

Ab dem 9. Februar 2036 müssen bestehende Abferkelställe in Deutschland grundsätzlich die neuen Anforderungen an Bewegungsfreiheit und Buchtenfläche erfüllen. Sauen dürfen dann rund um die Geburt höchstens fünf Tage im Ferkelschutzkorb fixiert werden. Für viele Ferkelerzeuger steht deshalb ein Umbau an. Bei der Auswahl der Bewegungsbuchten kommt es vor allem auf die Raumaufteilung, die Bodengestaltung und den Schutz der Saugferkel an.

Ab 2036 sind mindestens 6,5 m² je Abferkelbucht vorgeschrieben

Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) schreibt für Abferkelbuchten eine Mindestfläche von 6,5 m² vor. Die Sau muss sich bei geöffnetem Ferkelschutzkorb ungehindert umdrehen können. Die zulässige Fixierung ist auf insgesamt fünf Tage begrenzt und muss den Zeitraum der Geburt einschließen.

Für Ställe, die vor dem 9. Februar 2021 genehmigt oder in Betrieb genommen wurden, gilt eine Übergangsfrist bis zum 9. Februar 2036. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Betriebe der zuständigen Behörde bis zum 9. Februar 2033 ein Betriebs- und Umbaukonzept sowie gegebenenfalls den Nachweis eines gestellten Bauantrags vorlegen. In begründeten Härtefällen kann die Frist auf Antrag bis 2038 verlängert werden. Für neuere Anlagen gelten die Anforderungen bereits.

Die Hersteller bieten Bewegungsbuchten mit unterschiedlichen Grundflächen und Öffnungsmechanismen an. Häufig werden Größen zwischen 6,5 und 7,5 m² betrachtet. Allerdings bietet eine größere Bucht nicht automatisch mehr Sicherheit für die Ferkel.

Entscheidend ist, wie die verfügbare Fläche aufgeteilt wird. Zu große, wenig strukturierte Bewegungsbereiche können dazu führen, dass sich Sauen häufiger drehen oder im Liegen rollen. Dadurch steigt das Risiko, dass Ferkel erdrückt werden. Trapezförmige Bewegungsbereiche können diese Bewegungen begrenzen.

Gerade oder diagonal: Die Aufstellung beeinflusst die Arbeit

Bei Neubauten empfiehlt es sich, die Planung mit der Abferkelbucht zu beginnen und erst anschließend die Stallabmessungen festzulegen. Dabei müssen Bewegungsbereich, Ferkelnest, Trog und Zugangsmöglichkeiten aufeinander abgestimmt werden.

Eine Möglichkeit ist die sogenannte Side-by-Side-Aufstallung. Dabei stehen die Sauen nebeneinander und blicken in Richtung Mittelgang. Trog und Ferkelnest lassen sich so am Kontrollgang anordnen. Das erleichtert die Fütterung, die Tierkontrolle und die Versorgung der Ferkel.

Allerdings kann der Geburtsbereich bei dieser Anordnung schlechter erreichbar sein. Deshalb muss hinter der Sau ausreichend Platz für Geburtshilfe und andere notwendige Eingriffe vorhanden sein.

Viele Hersteller bieten auch quadratische Bewegungsbuchten mit diagonal angeordnetem Ferkelschutzkorb an. Diese Bauweise lässt sich häufig gut in vorhandene Stallgrundrisse integrieren. Gerade aufgestellte Schutzkörbe haben dagegen den Vorteil, dass sich der Bewegungsbereich der Sau gezielter begrenzen lässt.

Bei der Planung sind außerdem die Fluchträume für die Ferkel zu berücksichtigen. Zwischen Trog und Wand können rund 35 cm als Planungsrichtwert dienen. Fachliche Empfehlungen nennen für den Abstand zwischen Ferkelschutzkorb und baulichen Hindernissen möglichst 40 cm. Die Ferkel sollen sich bei Bewegungen der Sau jederzeit in einen geschützten Bereich zurückziehen können.

Rutschfeste Böden schützen Sauen und Ferkel

Die Bodengestaltung beeinflusst das Abliege- und Aufstehverhalten der Sauen. Besonders im Bereich des Ferkelschutzkorbs benötigen die Tiere einen trittsicheren Untergrund, der gleichzeitig Gesäuge und Zitzen schont.

Als Materialien kommen unter anderem Gusseisen, Beton, Keramik und profilierte Kunststoffelemente infrage. Häufig werden unterschiedliche Bodenbeläge innerhalb einer Bucht kombiniert.

Im Liegebereich des geschlossenen Ferkelschutzkorbs schreibt die TierSchNutztV grundsätzlich einen Perforationsgrad von höchstens 7 % vor. Ausnahmen gelten für die ersten 20 cm hinter der Trogkante und das hintere Drittel des Liegebereichs. Der Kastenstand muss außerdem eine uneingeschränkt nutzbare Länge von mindestens 2,20 m aufweisen.

Im Bewegungsbereich ist insbesondere die Rutschfestigkeit wichtig. Zu glatte Kunststoffböden können bei Nässe die Standsicherheit beeinträchtigen. Raue oder beschädigte Betonflächen wiederum können Hautabschürfungen bei den Ferkeln verursachen.

Ebenso wichtig ist die Anordnung der Bodenflächen. Sie sollte die Sau dazu veranlassen, sich möglichst kontrolliert auf einer geeigneten Liegefläche abzulegen.

Wendekreis der Sau muss zur Körpergröße passen

Neben der Mindestfläche verlangt die Verordnung, dass sich die Sau ungehindert umdrehen kann. Ein pauschaler Wendekreis von 2 m ist dabei nicht für jede Bucht und jedes Tier als starre Vorgabe anzusehen.

Nach den Ausführungshinweisen ist das Umdrehen sicher möglich, wenn der Durchmesser des größten frei zugänglichen Wendekreises mindestens der Körperlänge der jeweiligen Sau entspricht.

Auch Einrichtungsgegenstände können bei der Beurteilung berücksichtigt werden. Abweisbügel, über die sich eine Sau mit erhobenem Kopf hinwegdrehen kann, gelten in der Regel nicht als Hindernis.

Reicht der freie Wendekreis allein nicht aus, muss im Einzelfall geprüft werden, ob die Sau durch die vorhandenen Ausweichflächen dennoch ungehindert wenden kann.

Für die Stallplanung bedeutet das, dass die Bewegungsfreiheit anhand der tatsächlich gehaltenen Tiere und der eingebauten Buchtenelemente beurteilt werden muss.

Ferkelnester müssen ausreichend Wärme bieten

Ein gut angeordnetes Ferkelnest soll die Jungtiere aus dem Bewegungsbereich der Sau locken. Dafür braucht es einen geschützten, warmen und leicht erreichbaren Liegeplatz.

Die Position ist entscheidend. Liegt das Nest zu weit von der Sau entfernt, finden neugeborene Ferkel möglicherweise schlechter dorthin. Befindet es sich unmittelbar neben der Sau, kann die Wärmeabgabe des Nests dagegen deren Wärmehaushalt belasten. Als Planungsrichtwert wird ein Abstand von mindestens 30 cm zur Sau genannt.

Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass alle Saugferkel gleichzeitig ungestört ruhen können. Die benötigte Nestfläche hängt daher unter anderem von Wurfgröße und Absetzgewicht ab.

In den ersten zehn Lebenstagen muss der Liegebereich der Ferkel mindestens 30 °C erreichen. Zur Beheizung kommen elektrische Heizplatten, Warmwasserheizungen und Wärmestrahler infrage.

Elektrische Heizplatten lassen sich über Temperaturfühler vergleichsweise einfach einzeln regeln. Aluminium kann durch seine Wärmeleitfähigkeit Vorteile bei der Wärmeverteilung bieten. Welche Heizlösung energetisch und wirtschaftlich günstiger ist, hängt jedoch auch von Dämmung, Regelung und verfügbarem Energieträger ab. Warmwasserheizungen können insbesondere bei günstiger Wärmeversorgung niedrigere Betriebskosten ermöglichen.

Eine Abdeckung des Ferkelnests reduziert Wärmeverluste und schafft einen eigenen Klimabereich. Dadurch lässt sich verhindern, dass die Ferkelheizung den gesamten Abferkelstall unnötig erwärmt.

Umbau bestehender Ställe erfordert neue Buchtenaufteilung

In bestehenden Abferkelställen müssen die größeren Bewegungsbuchten häufig auf den vorhandenen Güllekanälen untergebracht werden. Das begrenzt die Möglichkeiten bei Länge und Breite.

Eine Variante ist es, die bisherige Aufstallungsrichtung um 90 Grad zu drehen. Dadurch können die neuen Buchten längs zum Mittelgang angeordnet werden. Wo vorher die langen Seiten der Abferkelbuchten lagen, befinden sich anschließend deren kurze Seiten.

Diese Umstellung kann helfen, die vorhandene Fläche besser zu nutzen. Allerdings passen dadurch nicht zwangsläufig genauso viele Bewegungsbuchten in den Stall wie zuvor konventionelle Abferkelbuchten. Die mögliche Buchtenzahl hängt vom Gebäudegrundriss, den Güllekanälen und den erforderlichen Funktionsflächen ab.

Neben den baulichen Maßen sollte auch die Bedienung der Ferkelschutzkörbe geprüft werden. Verschlüsse müssen leichtgängig sein und sich möglichst bedienen lassen, ohne den Bewegungsbereich der Sau betreten zu müssen. Trog, Tränke und Ferkelnest sollten nach Möglichkeit vom Gang aus erreichbar sein.