Trockensteher und Kälber sollten bei der Stallbeleuchtung nicht einfach wie laktierende Milchkühe behandelt werden. Für trockenstehende Kühe wird eine Kurztag-Photoperiode mit etwa 8 Stunden Licht und 16 Stunden Dunkelheit empfohlen. Bei Kälbern schreibt die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung dagegen mindestens 80 Lux über täglich mindestens 10 Stunden vor. Fachliche Empfehlungen für junge Kälber gehen darüber hinaus und nennen in den ersten Lebenswochen etwa 150 Lux über 16 Stunden täglich.

Damit unterscheiden sich beide Tiergruppen deutlich von laktierenden Milchkühen, für die häufig Langtagbedingungen eingesetzt werden. Ein Milchviehbetrieb, der alle Stallbereiche mit derselben Zeitschaltung betreibt, kann diese unterschiedlichen Anforderungen kaum erfüllen.
Die Grundlagen zum Tag-Nacht-Rhythmus erläutert der Beitrag Wie lange brauchen Kühe Licht und Dunkelheit?. Welche Beleuchtungsstärken in den übrigen Stallbereichen sinnvoll sind, steht unter Wie viel Lux braucht ein Kuhstall?.
Trockensteher brauchen ein anderes Lichtprogramm als Milchkühe
Für laktierende Milchkühe werden häufig lange Lichtphasen genutzt. In wissenschaftlichen Untersuchungen ist ein Schema von etwa 16 Stunden Licht und 8 Stunden Dunkelheit gut untersucht. Während der Trockenstehzeit kehrt sich diese Empfehlung um: Trockenstehende Kühe sollen möglichst unter Kurztagbedingungen gehalten werden.
Das klassische Schema lautet:
8 Stunden Licht und 16 Stunden Dunkelheit.
Die DLG empfiehlt deshalb einen lichttechnisch abgetrennten Trockensteherbereich, in dem die Beleuchtungsdauer auf etwa acht Stunden reduziert werden kann. Auch die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft nennt Kurztagbedingungen mit acht Stunden Licht für Trockensteher.
Warum sind 8 Stunden Licht bei Trockenstehern sinnvoll?
Die Wirkung hängt mit der Reaktion des Rindes auf die Photoperiode zusammen. Licht wird über das Auge nicht nur zum Sehen aufgenommen, sondern beeinflusst über die innere Uhr auch hormonelle Abläufe. Während langer Lichtphasen wird die Melatoninausschüttung über einen längeren Zeitraum unterdrückt; bei einer langen Dunkelphase bleibt das nächtliche Melatoninsignal entsprechend länger erhalten.
Untersuchungen mit trockenstehenden Milchkühen zeigen, dass eine Kurztag-Photoperiode während der Trockenperiode die Reaktion in der folgenden Laktation beeinflussen kann. In verschiedenen Versuchen produzierten Kühe, die während der Trockenstehzeit unter 8 Stunden Licht und 16 Stunden Dunkelheit gehalten wurden, in der anschließenden Laktation mehr Milch als Vergleichstiere unter Langtagbedingungen.
Daraus sollte jedoch kein garantiertes Leistungsversprechen für jeden Betrieb abgeleitet werden. Die Milchleistung hängt gleichzeitig von Fütterung, Genetik, Gesundheitsstatus, Trockenstehdauer, Haltung und weiteren Faktoren ab. Die Forschung zeigt vielmehr, dass die Photoperiode ein relevanter Managementfaktor während der Trockenstehzeit sein kann.
Kurztag während der Trockenstehzeit, Langtag nach der Kalbung
Der eigentliche Effekt entsteht nicht allein durch weniger Licht während der Trockenstehzeit. Entscheidend ist auch der Wechsel nach der Kalbung.
Während der Trockenperiode erhält die Kuh ein deutliches Kurztagsignal. Mit Beginn der neuen Laktation wechselt sie anschließend wieder in einen längeren Lichttag beziehungsweise in die normalen Lichtbedingungen der laktierenden Herde.
Die DLG beschreibt diesen Wechsel vereinfacht als Übergang von einem künstlichen „Winter“ zu einem „Frühjahr“. Physiologisch werden unter anderem Veränderungen im Prolaktinsystem und in der Reaktionsfähigkeit verschiedener Gewebe diskutiert.
Untersuchungen zeigen zudem Veränderungen im Wachstum des Eutergewebes bei unterschiedlichen Photoperioden während der Trockenstehzeit.
Für die Praxis entscheidend ist weniger der genaue hormonelle Mechanismus als die Konsequenz: Trockensteher sollten nicht automatisch das gleiche Lichtprogramm erhalten wie die melkende Herde.
Trockensteher räumlich und lichttechnisch trennen
In vielen Betrieben liegt genau hier das praktische Problem. Trockensteher stehen beispielsweise in einem Stallabschnitt direkt neben laktierenden Kühen. Wenn eine gemeinsame Beleuchtung morgens um 5 Uhr eingeschaltet und erst um 21 Uhr ausgeschaltet wird, bekommen beide Gruppen denselben 16-Stunden-Lichttag.
Ein gezieltes Kurztagprogramm ist dann nicht möglich.
Bei Neubauten oder einer Sanierung der LED-Beleuchtung im Kuhstall sollte deshalb geprüft werden, ob der Trockensteherbereich einen eigenen Stromkreis erhalten kann. Ideal sind getrennte Steuerungsmöglichkeiten für:
- laktierende Kühe,
- Trockensteher,
- Abkalbebereich,
- Kälber,
- Melkbereich,
- Nacht- und Arbeitsbeleuchtung.
Eine nach Tiergruppen getrennte Lichtsteuerung ist meist wesentlich flexibler als eine zentrale Schaltung für das gesamte Gebäude.
Wie hell sollte es bei Trockenstehern sein?
Die Besonderheit bei Trockenstehern liegt vor allem in der Dauer der Lichtphase, nicht darin, dass sie tagsüber in einem dunklen Stall stehen sollen.
Die LfL nennt für Rinderställe etwa 150 Lux in der Tagphase als allgemeine Größenordnung und empfiehlt gleichzeitig Kurztagbedingungen von acht Stunden für Trockensteher. Ältere Praxisempfehlungen nennen teilweise geringere Beleuchtungsstärken. Entscheidend ist, dass während der hellen Phase ein klarer Unterschied zur Dunkelphase besteht und die Tiere sich sicher orientieren können.
Für eine konkrete Planung sollte daher nicht nur eine Luxzahl betrachtet werden. Lichtstärke, Beleuchtungsdauer und Gleichmäßigkeit gehören zusammen.
Wie dunkel sollte es bei Trockenstehern nachts sein?
Wenn acht Stunden Licht vorgesehen sind, folgen ungefähr 16 Stunden Dunkelheit. Diese lange Dunkelphase ist der zentrale Bestandteil des Kurztagprogramms.
Das bedeutet nicht, dass Mitarbeiter 16 Stunden lang keine Tierkontrollen durchführen dürfen. Für Kontrollen, Abkalbungen oder Behandlungen sollte jedoch ein separat schaltbares Arbeitslicht vorhanden sein, das nur bei Bedarf eingeschaltet wird.
Eine dauerhaft eingeschaltete Hauptbeleuchtung würde das Kurztagprogramm aufheben. Auch eine vermeintliche Nachtbeleuchtung sollte deshalb möglichst schwach bleiben.
Für die allgemeine Dunkelphase im Rinderstall nennt die DLG eine Größenordnung von höchstens etwa 10 Lux. Wo kein Orientierungslicht erforderlich ist, kann es deutlich dunkler sein.
Was passiert mit hochtragenden Kühen im Abkalbebereich?
Gerade kurz vor der Kalbung werden Tiere häufig aus dem normalen Trockensteherbereich in eine Abkalbebucht gebracht.
Damit stellt sich eine praktische Frage: Soll dort weiterhin das Kurztagprogramm gelten?
Wenn Tiere nur kurzfristig zur Kalbung in den Bereich wechseln, sollte die Beleuchtung grundsätzlich weiterhin einen normalen Tag-Nacht-Rhythmus ermöglichen. Gleichzeitig benötigt der Landwirt bei Geburtshilfe und Tierkontrolle deutlich mehr Licht.
Die DLG ordnet Abkalbebuchten dem Separationsbereich zu. Für Arbeiten am Tier werden dort mindestens etwa 400 Lux empfohlen. Diese hohe Beleuchtungsstärke ist jedoch Arbeitsbeleuchtung und nicht als dauerhafte Beleuchtung der Bucht gedacht.
Eine sinnvolle Lösung besteht deshalb aus einer normalen Tierbeleuchtung plus separat einschaltbarem hellem Arbeitslicht.
400 Lux im Abkalbebereich müssen nicht dauerhaft brennen
Dieser Unterschied ist wichtig.
Wenn für Untersuchungen oder Geburtshilfe 400 Lux benötigt werden, heißt das nicht, dass eine hochtragende Kuh Tag und Nacht unter 400 Lux stehen sollte.
Die hohe Beleuchtungsstärke dient dazu, dass Landwirt oder Tierarzt:
- Geburtsfortschritt beurteilen,
- Verletzungen erkennen,
- das Kalb kontrollieren,
- Behandlungen durchführen,
- Hygienemaßnahmen sicher ausführen
können.
Nach Abschluss der Arbeit kann wieder auf die normale Tierbeleuchtung beziehungsweise Dunkelphase zurückgeschaltet werden.
Für Kälber gelten gesetzliche Mindestwerte
Bei Kälbern ist die Situation anders als bei erwachsenen Rindern. Hier schreibt die deutsche Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung konkrete Mindestwerte vor.
Im Aufenthaltsbereich der Kälber muss die Beleuchtung:
täglich mindestens zehn Stunden mindestens 80 Lux erreichen.
Zusätzlich muss sie:
- dem Tagesrhythmus angeglichen sein,
- möglichst gleichmäßig verteilt werden.
Die Anforderungen gelten für Kälberhaltung in Deutschland und sind keine unverbindliche Empfehlung.
Damit besitzt der Kälberstall eine klar definierte gesetzliche Untergrenze, die bei Planung und Kontrolle eingehalten werden muss.
80 Lux sind ein Mindestwert und keine optimale Zielgröße
Die gesetzlichen 80 Lux sollten nicht mit der Aussage verwechselt werden, dass 80 Lux automatisch die optimale Beleuchtung für die Aufzucht darstellen.
Die Verordnung definiert einen Mindeststandard.
Fachliche Empfehlungen können darüber hinausgehen. Die DLG empfiehlt für Kälber und Jungtiere in den ersten drei Lebenswochen etwa 16 Stunden Licht pro Tag bei 150 Lux. Anschließend kann die Beleuchtungsdauer nach dieser Empfehlung auf etwa 14 Stunden reduziert werden.
Auch die LfL ordnet Kälber und Jungvieh den Tiergruppen zu, für die Langtagbedingungen von mehr als zwölf Stunden sinnvoll sein können.
Damit sollte in der Praxis klar zwischen zwei Ebenen unterschieden werden:
| Kälberbeleuchtung | Wert |
|---|---|
| Gesetzliches Minimum | mindestens 80 Lux |
| Gesetzliche Dauer | mindestens 10 Stunden täglich |
| Fachliche Empfehlung erste 3 Lebenswochen | ca. 150 Lux |
| Empfohlene Lichtdauer erste 3 Lebenswochen | ca. 16 Stunden |
| Danach | Lichtdauer kann auf ca. 14 Stunden reduziert werden |
Die Empfehlung ersetzt nicht die gesetzliche Vorschrift, sondern geht darüber hinaus.
Warum profitieren Kälber von längeren Lichtphasen?
Licht beeinflusst bei jungen Rindern nicht nur die Orientierung. Studien zur Photoperiode zeigen Zusammenhänge mit Wachstum und Entwicklung.
Bei Jungtieren wurden unter Langtagbedingungen Veränderungen des Wachstums und der Entwicklung des Eutergewebes beobachtet. Auch deshalb wird bei Kälbern und Jungvieh nicht dasselbe Kurztagprogramm eingesetzt wie bei Trockenstehern.
Die Lichtbedingungen verändern sich damit im Lebenszyklus des Rindes:
Kälber und Jungvieh: eher längere Tagesphase
laktierende Kuh: Langtagbedingungen können genutzt werden
Trockensteher: Kurztag
nach der Kalbung: wieder längere Lichtphase
Das zeigt, warum Stallbeleuchtung als Bestandteil des Herdenmanagements betrachtet werden sollte und nicht nur als technische Gebäudeausstattung.
Brauchen Kälber nachts Licht?
Auch Kälber benötigen einen Tag-Nacht-Rhythmus.
Die gesetzlich vorgeschriebenen zehn Stunden Beleuchtung bedeuten nicht, dass anschließend während der gesamten restlichen Zeit helles Licht eingeschaltet bleiben sollte.
Fachliche Langtagprogramme mit 16 Stunden Licht schließen ebenfalls eine Dunkelphase ein. Ein Schema von 16 Stunden Licht bedeutet entsprechend etwa acht Stunden Nacht.
Eine 24-Stunden-Dauerbeleuchtung ist daher kein sinnvolles Ziel.
Während der Nacht sollte nur so viel Licht vorhanden sein, wie für Tierkontrollen oder betriebliche Abläufe benötigt wird. Helles Arbeitslicht kann wiederum separat schaltbar ausgeführt werden.
Gleichmäßiges Licht ist im Kälberstall besonders wichtig
Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verlangt ausdrücklich eine möglichst gleichmäßige Lichtverteilung.
Damit reicht es nicht, unmittelbar unter einer einzelnen Leuchte 80 Lux zu messen, wenn andere Aufenthaltsbereiche deutlich dunkler bleiben.
Bei einer Kontrolle sollten deshalb mehrere Punkte gemessen werden:
- Liegebereich,
- Fressbereich,
- Tränkebereich,
- zwischen den Leuchten,
- Randbereiche der Bucht.
Gerade Einzeliglus oder tiefe Buchten können stark unterschiedliche Lichtbedingungen aufweisen.
Die Vorgehensweise zur Messung wird im Beitrag Wie viel Lux braucht ein Kuhstall? ausführlicher erklärt.
Kälberiglus brauchen ebenfalls Tageslicht
Bei Außenhaltung in Kälberiglus ist meist reichlich natürliches Tageslicht vorhanden. Trotzdem kann die Lichtverteilung innerhalb des Iglus anders aussehen als im Außenbereich.
Besonders bei tiefen oder ungünstig ausgerichteten Iglus kann der hintere Liegebereich wesentlich dunkler sein.
Für die Beurteilung zählt der tatsächliche Aufenthaltsbereich des Kalbes und nicht die Helligkeit vor dem Iglu.
Bei einer Messung sollte deshalb dort geprüft werden, wo das Tier tatsächlich liegt, steht und frisst.
Im Winter reicht Tageslicht nicht immer aus
Die natürliche Beleuchtung verändert sich stark mit Jahreszeit, Tageszeit, Wetter und Stallbau.
Ein offener Kälberstall kann an einem sonnigen Sommertag weit mehr als die erforderlichen 80 Lux erreichen. An einem dunklen Wintermorgen kann derselbe Bereich deutlich schlechter beleuchtet sein.
Deshalb sollte nicht allein aus dem Eindruck eines hellen Tages geschlossen werden, dass keine künstliche Beleuchtung erforderlich ist.
Eine automatische Steuerung mit Tageslichtsensor kann auch im Kälberstall sinnvoll sein. Kunstlicht wird dann nur zugeschaltet, wenn das natürliche Licht nicht ausreicht.
Kälber brauchen nicht dieselbe Farbtemperatur wie der Melkstand
Bei der Auswahl der Leuchten sollte außerdem zwischen Tierbereich und Arbeitsplatz unterschieden werden.
Im Melkstand kann eine höhere Farbtemperatur für die visuelle Arbeit des Menschen sinnvoll sein. Im Kälberstall ist dagegen nicht automatisch die möglichst höchste Kelvinzahl erforderlich.
Entscheidend sind:
- ausreichende Beleuchtungsstärke,
- gleichmäßige Verteilung,
- klare Tag-Nacht-Struktur,
- geringe Blendung,
- flimmerarme Beleuchtung.
Warum Kelvin allein keine Aussage über die Eignung einer Stallleuchte erlaubt, erklären wir unter Welche Lichtfarbe für Milchkühe?.
Blendung bei niedrigen Ställen vermeiden
Kälber- und Trockensteherställe besitzen häufig niedrigere Decken als moderne Milchviehställe.
Dadurch befinden sich die Leuchten näher an den Augen der Tiere.
Eine leistungsstarke LED, die für einen sechs oder acht Meter hohen Kuhstall entwickelt wurde, kann bei niedriger Montagehöhe ungeeignet sein. Die LfL empfiehlt für niedrigere Ställe eher breitstrahlende Langfeldleuchten, während Strahler bei größeren Montagehöhen eingesetzt werden können.
Die Leuchtenauswahl sollte daher immer zur Gebäudehöhe passen.
Tageslichtsensor und Zeitschaltung erfüllen unterschiedliche Aufgaben
Bei Trockenstehern und Kälbern ist eine Kombination aus Zeitschaltung und Helligkeitssensor besonders interessant.
Die Zeitschaltung definiert, wann die Lichtphase überhaupt stattfinden darf.
Der Helligkeitssensor entscheidet innerhalb dieses Zeitraums, wie viel Kunstlicht zusätzlich zum natürlichen Tageslicht benötigt wird.
Beispiel Trockensteher:
Die Lichtphase läuft von 08:00 bis 16:00 Uhr. Innerhalb dieser acht Stunden ergänzt die LED-Anlage nur dann, wenn das natürliche Tageslicht nicht ausreicht. Ab 16:00 Uhr bleibt die Tagesbeleuchtung unabhängig von der Außenhelligkeit ausgeschaltet.
Beispiel Kälber:
Für junge Kälber wird eine längere Tagesphase festgelegt. Bei ausreichendem Tageslicht dimmen die LEDs herunter, bei dunklem Wetter erhöhen sie ihre Leistung.
So lassen sich Photoperiode und Energieverbrauch gleichzeitig steuern.
Trockensteher und Kälber nicht an denselben Lichtkreis hängen
Ausgerechnet diese beiden Tiergruppen zeigen besonders deutlich, warum getrennte Lichtkreise sinnvoll sind.
Trockensteher sollen ungefähr acht Stunden Licht erhalten.
Junge Kälber können dagegen nach fachlichen Empfehlungen etwa 16 Stunden Licht bekommen.
Wer beide Bereiche über denselben Lichtkreis steuert, kann nur eine der beiden Anforderungen erfüllen.
Bei der Planung einer LED-Beleuchtung im Kuhstall sollte deshalb nicht nur nach Gebäudeteilen, sondern nach Tiergruppen geplant werden.
Typische Fehler bei der Beleuchtung von Trockenstehern
Gleiches Lichtprogramm wie bei den laktierenden Kühen: Dadurch geht der gewünschte Kurztag verloren.
Dauerhaftes Nachtlicht: Eine lange Dunkelphase lässt sich dann nicht sauber herstellen.
Keine lichttechnische Trennung: Licht aus dem benachbarten Kuhbereich strahlt in den Trockensteherstall.
Arbeitslicht dauerhaft eingeschaltet: Helle Beleuchtung für Kontrollen wird fälschlich zur allgemeinen Stallbeleuchtung.
Nur die Stunden zählen: Acht Stunden schwaches Dämmerlicht ergeben nicht automatisch eine geeignete Tagesphase.
Typische Fehler bei der Kälberbeleuchtung
80 Lux nur direkt unter der Lampe: Die gesetzliche Anforderung bezieht sich auf den Aufenthaltsbereich der Tiere und verlangt eine möglichst gleichmäßige Verteilung.
80 Lux als Optimalwert interpretieren: Es handelt sich um einen gesetzlichen Mindestwert.
Tageslicht nicht kontrollieren: Ein heller Eindruck im Eingangsbereich sagt wenig über den hinteren Teil einer Bucht aus.
Dauerlicht: Auch junge Tiere benötigen eine Dunkelphase.
Zu wenige starke Leuchten: Dadurch entstehen helle und dunkle Zonen.
Ungeeignete Strahler bei niedriger Montagehöhe: Blendung und schlechte Gleichmäßigkeit können die Folge sein.
Lichtprogramm nach Tiergruppe planen
Für einen Milchviehbetrieb ergibt sich damit eine klare Trennung:
| Tiergruppe | Typische Lichtphase | Dunkelphase | Beleuchtungsstärke |
|---|---|---|---|
| Junge Kälber | fachlich ca. 16 h | ca. 8 h | ca. 150 Lux empfohlen |
| Kälber – gesetzliches Minimum | mind. 10 h | – | mind. 80 Lux |
| Jungvieh | Langtagbedingungen möglich | entsprechende Nachtphase | ausreichende, gleichmäßige Beleuchtung |
| Laktierende Kühe | häufig bis ca. 16 h | ca. 8 h | ca. 150 Lux |
| Trockensteher | ca. 8 h | ca. 16 h | klar erkennbare Tagesphase |
| Abkalbe-/Behandlungsbereich | Tierprogramm plus Arbeitslicht | abhängig von Tiergruppe | bei Arbeiten bis ca. 400 Lux |
Die Werte dürfen nicht als ein einziges Beleuchtungsprogramm für den gesamten Betrieb verstanden werden. Gerade die Gegensätze zwischen Kälbern und Trockenstehern machen eine getrennte Steuerung sinnvoll.
Trockensteher brauchen Kurztag, Kälber ausreichend lange Tagesphasen
Bei der Beleuchtung von Trockenstehern und Kälbern verfolgen Landwirte zwei unterschiedliche Ziele.
Trockenstehende Milchkühe sollen eine lange Dunkelphase erhalten. Ein typisches Kurztagprogramm besteht aus etwa acht Stunden Licht und 16 Stunden Dunkelheit. Dafür ist häufig ein lichttechnisch getrennter Stallbereich notwendig.
Für Kälber gelten dagegen konkrete Mindestanforderungen: mindestens 80 Lux über zehn Stunden täglich. Fachliche Empfehlungen gehen für junge Kälber darüber hinaus und nennen etwa 150 Lux über 16 Stunden in den ersten drei Lebenswochen, anschließend etwa 14 Stunden Licht.
Damit gehört die Lichtsteuerung zu den Punkten, die nach Tiergruppe geplant werden sollten. Eine zentrale Beleuchtung für Trockensteher, Kälber und laktierende Kühe kann die unterschiedlichen Anforderungen nur schwer gleichzeitig erfüllen.
Quellen
- DLG – Merkblatt 415: Beleuchtung und Beleuchtungstechnik im Rinderstall. Empfehlungen zu Kurztagbedingungen bei Trockenstehern, Kälberbeleuchtung, Abkalbe- und Separationsbereichen sowie Beleuchtungsstärken.
DLG-Merkblatt 415 öffnen - Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung § 11. Gesetzliche Vorgabe für Kälber: mindestens zehn Stunden täglich mit mindestens 80 Lux sowie an den Tagesrhythmus angepasste und möglichst gleichmäßige Beleuchtung.
§ 11 TierSchNutztV öffnen - Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft – Licht im Milchviehstall. Empfehlungen zu 150 Lux während der Tagesphase, maximal 10 Lux während der Dunkelphase sowie Langtagbedingungen für Kälber und Kurztagbedingungen für Trockensteher.
LfL: Licht im Milchviehstall öffnen - Velasco et al. – Short-day photoperiod increases milk yield in cows with a reduced dry period length. Untersuchung eines Lichtprogramms mit acht Stunden Licht und 16 Stunden Dunkelheit während der Trockenstehzeit.
Studie bei PubMed öffnen - Dahl & Petitclerc – Management of photoperiod in the dairy herd for improved production and health. Übersichtsarbeit zu Lang- und Kurztagbedingungen in unterschiedlichen Produktionsphasen.
Review bei PubMed öffnen - Auchtung et al. – Effects of photoperiod during the dry period on prolactin, prolactin receptor, and milk production of dairy cows. Untersuchung physiologischer Reaktionen auf unterschiedliche Photoperioden während der Trockenperiode.
Studie bei PubMed öffnen - Dahl et al. – Photoperiodic effects on dairy cattle: a review. Grundlagen zur Wirkung unterschiedlicher Tageslängen bei Jungtieren, laktierenden und trockenstehenden Kühen.
Review bei PubMed öffnen
