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Kartoffelpreise stabil: Süd-Nord-Warenstrom bremst Rückgang

Die diesjährige Kartoffelernte in Deutschland wird mit Spannung beobachtet, wobei die Preise für Speisekartoffeln sich kaum noch bewegen. Dies liegt an einer eingeschränkten Erntemenge, die von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) auf 10,6 Millionen Tonnen geschätzt wird. Diese Zahlen beginnen nun, Einfluss auf die Märkte zu nehmen.

Obwohl normalerweise um diese Jahreszeit eine Flut an marktreifen Kartoffeln den Preisdruck erhöht, scheint sich der Markt im August anders zu entwickeln als erwartet. Ein bemerkenswerter Faktor ist das ungewöhnliche Ertragsgefälle zwischen Nord und Süd. Der Norden Deutschlands verzeichnet bessere Erntebedingungen, während im Süden aufgrund extremer Dürrephasen und Hitze Rekordverluste gemeldet werden.

Warenstrom von Nord nach Süd

Ein einzigartiger Trend zeigt sich in diesem Jahr: Viele Händler aus dem Süden suchen ihre Vorräte im Norden aufzufüllen. Dies hat möglicherweise dazu beigetragen, dass die Preisrückgänge nicht so stark wie erwartet ausgefallen sind. Der Heidekartoffelverbund meldete kürzlich unveränderte Erzeugerpreise von 29 Euro pro Dezitonne für festkochende Sorten.

Auch die Nachfrage der Verbraucher stabilisiert den Markt weiter. Trotz heißer Sommertemperaturen stieg der Absatz im Juli nicht unerheblich an. Im August führte das kühlere Wetter zu einer weiteren Belebung des Konsums. Handelsketten setzen vermehrt auf Sonderaktionen und größere Verpackungseinheiten, um den Absatz zusätzlich anzukurbeln.

Einschätzung der AMI und Auswirkungen auf den Markt

Laut AMI basiert die diesjährige Ernte auf einem um 34.000 Hektar reduzierten Anbaugebiet im Vergleich zum Vorjahr. Der Rückgang betrifft vor allem Rohstoffe für die Ernährungsindustrie sowie Speise- und Stärkekartoffeln. Besonders Niedersachsen profitiert dabei von besseren klimatischen Bedingungen mit mehr Niederschlag und weniger Hitze.

Trotz regionaler Missernten wird eine bundesweite Erntemenge erwartet, die über dem Niveau von 2018 liegt, als nur 8,9 Millionen Tonnen geerntet wurden. Die Herausforderungen sind jedoch beträchtlich: Viele Knollen sind noch zu klein für den Export oder die Pommes-Produktion, was zur Umverteilung auf andere Marktsegmente führen könnte.

Zukünftige Marktentwicklungen

Marktexperten rechnen mit weiteren besonderen Herausforderungen in den kommenden Monaten. Hohe Unterwassergewichte und ein hohes physiologisches Alter der Knollen stellen sowohl für die Ernte als auch die Lagerung Schwierigkeiten dar. Zudem wird der überregionale Warenausgleich in Deutschland möglicherweise rekordverdächtige Mengen erreichen.

Der Nettoertrag könnte dennoch kleiner ausfallen als erhofft, da Importmöglichkeiten aus westeuropäischen Ländern wie Frankreich oder Belgien aufgrund unterdurchschnittlicher Erträge begrenzt sind. Trotz dieser Unsicherheiten bleibt ein gewisser Optimismus bestehen: Erfahrungen aus dem Jahr 2018 zeigen, dass am Ende genügend Kartoffeln verfügbar sein werden.

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