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Trockenheit bedroht Mais- und Futterversorgung in Rheinland-Pfalz

Die anhaltende Trockenheit belastet Landwirte in Rheinland-Pfalz und Westfalen-Lippe schwer. Besonders betroffen sind Mais- und Grünlandflächen, die vielerorts mit erheblichen Ertragseinbußen kämpfen. Dies führt zu einer angespannten Futterversorgungslage.

Landwirte in Nöten durch Niederschlagsdefizit

Uwe Bissbort, ein Landwirt aus Windsberg nahe der französischen Grenze, beschreibt die Situation als kritisch. Seit Mitte April verzeichneten seine Flächen lediglich rund 200 Liter Niederschlag, von denen etwa 50 Liter durch Starkregen schnell abflossen. Sein Mais erhielt nur rund 150 Liter Wasser, was den Pflanzen stark zusetzte. Die Silierung wurde durch verbrannte Pflanzen erschwert und bei vielen Kollegen bildete der Mais keine Kolben aus.

Auch die Zuckerrüben bereiten Bissbort große Sorgen. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz prognostiziert nach Proberodungen eine sehr niedrige Erntemenge.

Getreideernte zeigt Lichtblicke

Trotz der Herausforderungen fällt Bissborts Einschätzung zur Getreideernte positiver aus. Wintergerste und Raps entwickelten sich gut, während der Weizen aufgrund staunasser Böden während der Keimphase teilweise Probleme hatte. Auch die Aussaat von Raps ist derzeit aufgrund trockener Böden nicht möglich. Laut Verband liegt die Niederschlagsmenge in Rheinland-Pfalz seit Jahresbeginn um ein Drittel bis zur Hälfte unter dem Durchschnitt.

Mangel an Regen bedroht Futterversorgung

Nach einem guten ersten und zweiten Schnitt auf Bissborts Grünland war kein weiterer Aufwuchs möglich. Ohne signifikanten Regen wird es eng für die Futterversorgung. Bissbort betont, dass mindestens 30 Liter Landregen notwendig wären, um die Lage zu verbessern.

Westfalen-Lippe: Schwache Maisernte erwartet

In Westfalen-Lippe wurden im Juli nur 36 % des üblichen Niederschlags erreicht. Auf leichten Böden bleiben Maispflanzen klein, während auf schweren Böden mit ausreichendem Regen der Mais über zwei Meter wächst. Trotzdem sind auch hier die Kolben kleiner als üblich. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) schätzt, dass sich das Zeitfenster für eine Erholung bereits geschlossen hat, was zu erheblichen Ertrags- und Qualitätseinbußen führen dürfte.

Futterlage regional unterschiedlich

Sowohl in Rheinland-Pfalz als auch in Westfalen-Lippe war ein weiterer Grünlandschnitt nach den ersten beiden guten Schnitten vielerorts nicht mehr möglich. Im Münsterland reichen die Vorräte noch aus, jedoch könnte gegen Jahresende ein Zukauf notwendig werden. In Südwestfalen fiel der dritte Schnitt schlecht aus, weshalb Landwirte auf einen vierten Schnitt hoffen. Die Maiserträge werden voraussichtlich um 25 bis 30 % geringer ausfallen.

Herausforderungen in anderen Regionen

Im Kreis Höxter ist die Lage dank ausreichender Niederschläge besser; dort sind vier Schnitte erfolgt und die Futterversorgung ist gesichert. Im Raum Minden-Lübbecke haben Hagelschäden etliche Hektar Mais zerstört, was zu einer schlechten Ernteprognose führt und Zukäufe von Silage für Jungvieh notwendig macht.

Ansteigende Kosten verschärfen Situation

Laut Uwe Bissbort steigen die Kosten für Futterzukäufe erheblich: Körnermais aus Frankreich kostet derzeit rund 272 €/t, was deutlich über den üblichen Preisen liegt. Steigen diese Kosten weiter an, wird dies die wirtschaftliche Lage der Betriebe weiter belasten.

Niedrige Erzeugerpreise verschärfen diese Situation zusätzlich. Die Bauernverbände fordern stabile Rahmenbedingungen und nationale Maßnahmen, um Wetterrisiken besser bewältigen zu können.

Andreas Köhr vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd betont die Bedeutung einer steuerfreien Risikorücklage zur Abfederung von Ertragsschwankungen und Markteinbrüchen angesichts zunehmender Wetterextreme.