Frankreich steht vor einer der kleinsten Maisernten seit über vier Jahrzehnten. Die Produktion könnte auf den niedrigsten Stand seit 1980 sinken, da Hitze, Trockenheit und eine reduzierte Anbaufläche die Maisproduktion erheblich beeinträchtigen. Das Agrarstatistikamt Agreste prognostiziert eine Ernte von etwa 9 Millionen Tonnen.
Rückgang der Produktionsmenge
Die erwartete Ernte stellt einen Rückgang von rund 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar. Neben niedrigen Hektarerträgen ist insbesondere die verringerte Anbaufläche verantwortlich. Französische Landwirte haben die für den Maisanbau genutzten Flächen um etwa ein Fünftel reduziert.
Laut Agreste liegt der durchschnittliche Hektarertrag momentan bei 70,3 dt/ha, während er 2025 noch bei 86,3 dt/ha lag. Besonders Mitte Juni trugen Trockenheit und wiederholte Hitzeperioden zur Verschlechterung der Bestände bei. Diese klimatischen Bedingungen erschwerten die Blütephase erheblich und beeinträchtigten Kolbenbildung sowie Kornfüllung.
Regionale Unterschiede und Bewässerungsproblematik
In verschiedenen Regionen zeigen sich unterschiedliche Auswirkungen auf die Ernteerträge. Auf bewässerten Flächen konnten Landwirte die Verluste teilweise eingrenzen. In Gegenden ohne Zugang zu Bewässerungsmöglichkeiten verschärfte sich jedoch die Situation, was die Ertragsaussichten erheblich verschlechterte. Ein Teil des Maises könnte vorzeitig als Silofutter geerntet werden müssen.
Auswirkungen auf den europäischen Markt
Als größter Maisproduzent der EU mit einer Ernte von 13,7 Millionen Tonnen im Jahr 2025 könnte Frankreichs reduzierte Maisproduktion auch den europäischen Markt beeinflussen. Sollte das Angebot aus Frankreich tatsächlich geringer ausfallen, könnte dies zu steigenden Preisen für Mais in Europa führen.
Laut Experten könnten diese Entwicklungen bedeutende Auswirkungen auf die Versorgungslage und Preisgestaltung des europäischen Agrarmarktes haben.
