Anzeige
 

Bürokratie bremst Tierhaltung: Mecklenburg-Vorpommerns Sauenbestand schrumpft

Die Tierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern steht vor einem ernsten Problem: Seit 1991 ist die Anzahl der Zuchtsauen um 61% und die Gesamtzahl der Schweine um 49% zurückgegangen. Der Bauernverband sieht diesen drastischen Rückgang als dringenden Handlungsaufruf an die Landespolitik.

Bürokratie bremst Investitionen in der Tierhaltung

Bei einem kürzlichen Treffen mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig forderte der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern tiefgreifende Reformen. Laut dem Verband behindern komplexe und langwierige Genehmigungsverfahren sowie uneinheitliche Verwaltungsregeln dringend benötigte Investitionen in die Tierhaltung.

Karsten Trunk, Präsident des Bauernverbands, machte deutlich, dass ohne stabile Rahmenbedingungen weitere Viehhaltungsbetriebe geschlossen werden könnten, was negative Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft und Arbeitsplätze hätte.

Nutztierstrategie zeigt kaum Wirkung

Zwar beschreibt die Nutztierstrategie des Landes die Herausforderungen treffend, doch konkrete Verbesserungen sind laut Clara Tobaben, Referentin für Tierhaltung beim Bauernverband, bisher nicht in den Betrieben angekommen.

  • Schnellere Genehmigungsverfahren
  • Einheitliche Verwaltungsstandards
  • Mindestbestandsschutz von 20 Jahren für genehmigte Anlagen
  • Überarbeitung der Brandschutzrichtlinie
  • Dauerhafte Beteiligung des Landes an den Kosten der Tierkörperbeseitigung

Druck auf Rinderhaltung nimmt zu

Nicht nur bei Schweinen zeigt sich ein negativer Trend: Auch die Rinderhaltung verzeichnet einen Rückgang. Seit 1991 sank der Rinderbestand um 39%, während die Zahl der Milchkühe um 41% abnahm.

Laut dem Bauernverband muss die Nutztierstrategie nun zeigen, dass sie mehr als nur ein politisches Versprechen ist. Der Erfolg der Landespolitik werde sich daran messen lassen, wie effektiv diese Strategie umgesetzt wird.