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Russland und Ukraine sichern Weizenversorgung trotz US-Einbruch

Die jüngsten Prognosen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) lassen aufhorchen: Die USA werden 2026 mit einer Weizenernte von nur etwa 41,7 Millionen Tonnen die kleinste Ernte seit mehr als einem halben Jahrhundert verzeichnen. Diese Zahlen stehen im krassen Gegensatz zu den rund 54 Millionen Tonnen, die in den beiden vorherigen Jahren geerntet wurden.

Russland und Ukraine gleichen US-Einbruch aus

Trotz dieser signifikanten Rückgänge in den Vereinigten Staaten bleibt die globale Weizenversorgung stabil. Der aktuelle World Agricultural Supply and Demand Estimates (WASDE)-Bericht zeigt, dass die robusten Ernten in Russland und der Ukraine den amerikanischen Rückgang ausgleichen können. Dennoch bestehen Risiken für die Exportrouten dieser Länder, was möglicherweise die Preise an den Börsen beeinflussen könnte.

Das USDA hat seine Schätzung für die ukrainische Weizenernte um 1,4 Millionen auf 25,4 Millionen Tonnen erhöht. Gleichzeitig wurde jedoch die Exportprognose aufgrund der angespannten Sicherheitslage im Schwarzen Meer und verstärkter russischer Angriffe auf Infrastruktur in Odessa auf 13,5 Millionen Tonnen gesenkt. In Russland blieb die Erntemenge stabil bei 88,5 Millionen Tonnen, während die Exporterwartung leicht reduziert wurde.

Europäische und globale Entwicklungen

Auch in Europa gab es Anpassungen: Die erwartete Weizenernte in der EU wurde von 136 auf 134,2 Millionen Tonnen reduziert, da Hitzewellen während der Kornfüllungsphase berücksichtigt wurden. Der Export bleibt jedoch unverändert bei 31 Millionen Tonnen. Im Vereinigten Königreich fiel die Prognose wegen Trockenheit von 13,5 auf 12 Millionen Tonnen zurück. Kanada hingegen sieht eine positive Entwicklung mit einer Anhebung der Produktionsprognose auf 35 Millionen Tonnen.

Für das Wirtschaftsjahr 2026/27 wird eine globale Weizenernte von 819,3 Millionen Tonnen prognostiziert, ein leichter Rückgang gegenüber dem Juli-Bericht. Gleichzeitig soll der Verbrauch weltweit bei 826,3 Millionen Tonnen liegen und damit die Reserven um etwa 2,5 % schrumpfen lassen.

Börsen reagieren auf USDA-Zahlen

An den internationalen Terminmärkten führten diese Daten zu deutlichen Kursbewegungen: In Chicago stieg der Preis für Weizen um knapp 4 % auf rund 209 Euro pro Tonne. Die erwarteten Erzeugerpreise wurden aufgrund eines engeren Lagerbestands-Verbrauchs-Verhältnisses auf etwa 197 Euro pro Tonne angehoben.

An der Matif-Börse in Paris stieg der Preis für September-Weizen um 3,5 % auf 220,75 Euro pro Tonne – ein Signal für möglicherweise steigende Preise in naher Zukunft.

Mais- und Sojabohnenernten im Blickpunkt

Mais und Sojabohnen haben traditionell eine größere Bedeutung für die USA als Weizen. Das USDA hat die Anbauflächen beim Mais deutlich angehoben: Die erwartete Erntemenge liegt bei 406,75 Millionen Tonnen, trotz eines gesunkenen Flächenertrags. Dies würde die zweitgrößte Maisernte aller Zeiten darstellen.

Trotz dieser Rekordernten schrumpfen die Endbestände des US-Mais laut USDA-Prognose von zuvor erwarteten 45,46 Millionen Tonnen nun auf 41,98 Millionen Tonnen. Ein ähnliches Muster zeigt sich bei Sojabohnen: Hier wird mit einer Rekordproduktion von 122,99 Millionen Tonnen gerechnet.

An der Terminbörse kam es infolge des WASDE-Berichts auch bei Sojabohnen zu Preisanstiegen: Neuerntige Bohnen verteuerten sich um 1,4 % auf rund 377 Euro pro Tonne.