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Ernährungsindustrie: Exporte brechen um 8,9 % ein, Inland schwächelt

Die deutsche Ernährungsindustrie sieht sich mit signifikanten Herausforderungen konfrontiert. Im Mai dieses Jahres verzeichnete die Branche einen realen Umsatzrückgang von 2,8 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders besorgniserregend ist der Einbruch im Exportgeschäft, das traditionell als wichtiger Wachstums- und Stabilitätsmotor gilt.

Rückgang bei den Auslandsumsätzen

Laut Angaben der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) sanken die preisbereinigten Auslandsumsätze im Mai um 3,6 % gegenüber dem Vorjahr. Nominal fiel der Rückgang sogar auf 8,9 %, was einem Exportwert von 6,7 Milliarden Euro entspricht. Auch im Inlandsgeschäft mussten die Hersteller Einbußen hinnehmen, wo die Umsätze um 5,1 % auf 11,9 Milliarden Euro zurückgingen. Insgesamt ergab sich ein nominaler Umsatzrückgang von 6,5 %, sodass die Gesamteinnahmen bei 18,6 Milliarden Euro lagen.

Schwaches Konsumklima belastet die Branche

Die schwächelnde Konjunktur wirkt sich auch auf den Inlandsmarkt aus. Das Konsumklima in Deutschland bleibt angespannt: Der Index der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) lag im Juli bei minus 29,3 Punkten und könnte sich im August weiter verschlechtern. Trotz sinkender Lebensmittelpreise im Juni sind Verbraucher weiterhin zurückhaltend beim Geldausgeben.

Kostensteigerungen und Preisverfall

Ein weiterer belastender Faktor ist das anhaltende Preis-Kosten-Dilemma. Während die Verkaufspreise sinken, bleiben die Energiekosten hoch. Erdgas war im Mai rund 221 % teurer als zu Beginn des Jahres 2020. Gleichzeitig fielen die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise um 13,9 % unter das Niveau des Vorjahresmonats. Besonders Milchprodukte erlitten einen drastischen Wertverlust von minus 25,3 %, wohingegen Eier mit einem Zuwachs von 13,6 % eine Ausnahme bildeten.

Anstieg in der Produktion bringt nur bedingt Erleichterung

Trotz der Herausforderungen gab es einen leichten Anstieg in der Produktion: Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex lag im Mai um 4,7 % über dem Vorjahresniveau. Diese gesteigerte Produktionsleistung wird jedoch durch geringere Verkaufserlöse getrübt. Die Stimmung innerhalb der Branche verbesserte sich im Juli leicht: Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg um 8,2 Punkte auf minus 16,6 Punkte an. Dennoch erwarten viele Unternehmen weiterhin eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage.