Die Weizenpreise sind aufgrund düsterer Ernteprognosen in Europa und insbesondere in Frankreich gestiegen. Expana, früher bekannt als Strategie Grains, hat seine Schätzungen für die EU-Maisernte auf unter 50 Millionen Tonnen und für die Weizenernte auf knapp 127 Millionen Tonnen reduziert. Neue Daten und Vorhersagen des USDA-Reports werden am Montagabend erwartet.
Erneuter Anstieg der Getreidepreise
An der Euronext erlebten die Getreidepreise am Freitag einen Aufschwung, nachdem sie am Donnerstag im Minus lagen. Analysten von terre.net sehen die Ursache hierfür vor allem im Maismarkt: Agreste rechnet für Frankreich mit einer Körnermaisernte von nur 8,8 Millionen Tonnen, dem schlechtesten Ergebnis seit 1980. FranceAgriMer bestätigt zudem den schlechten Zustand der heimischen Kulturen und senkte den Anteil der Maispflanzen, die als „gut bis sehr gut“ bewertet wurden, um drei Prozentpunkte auf nur noch 31 %.
Expana hat die Prognose für die europäische Maisernte um 4,6 Millionen Tonnen auf 49,1 Millionen Tonnen gesenkt, was einem Rückgang von 19 % im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt entspricht. Auch die Weichweizen-Produktion wurde um weitere 1,5 Millionen Tonnen auf 126,8 Millionen Tonnen reduziert, was 7,2 % unter dem Wert der Vorsaison liegt. Besonders betroffen von den Ernteausfällen sind Deutschland, Ungarn und Tschechien sowie die Benelux-Länder.
Eskalation des Russland-Ukraine-Konflikts sorgt für Unsicherheit
Zudem bleibt die Situation angespannt aufgrund des sich verschärfenden Konflikts zwischen Russland und der Ukraine. Diese geopolitischen Spannungen tragen weiter zur Volatilität des Marktes bei. Obwohl Marktteilnehmer bereits begonnen haben, potenzielle Exportausfälle einzupreisen, bleibt die Lage ungewiss. Analysten erwarten eine weitere Verschlechterung der US-Bilanzlage im kommenden USDA-Bericht.
Anstieg der Rapspreise durch steigende Ölpreise
Neben den Getreidepreisen stiegen auch die Rapspreise stark an. Dies ist vor allem auf höhere Ölpreise und sinkende Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus zurückzuführen. Die Rapskurse an der Euronext legten bereits zum dritten Mal in Folge zu.
Die jüngsten Verhandlungen über eine Öffnung der Straße von Hormus scheinen gescheitert zu sein, nachdem Iran seine Kontrolle über den Schiffsverkehr bekräftigte. Diese Entwicklungen haben nicht nur den Ölsektor beeinflusst, sondern auch den Biokraftstoffsektor insgesamt gestärkt.
Bedingt durch diese geopolitischen Spannungen und ungünstige Wetterbedingungen in Europa sind auch Sorgen hinsichtlich der diesjährigen Rapsaussaat gewachsen. Der Preis für Raps zur Lieferung im November 2026 stieg um 7,0 €/t, während der Februar-Kontrakt um 6,75 €/t zulegte.
