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USDA erwartet Rekord-Getreideernte in Ukraine trotz sinkender Exporte

Die jüngsten Entwicklungen in der Ukraine zeigen eine interessante Dynamik im Getreidemarkt. Der USDA-Dienst in Kiew prognostiziert für das Wirtschaftsjahr 2026/27 eine deutliche Steigerung der Getreideproduktion, insbesondere bei Weizen, Mais und Gerste. Trotz dieser positiven Aussichten könnte die Sicherheitslage im Schwarzen Meer die Exportmöglichkeiten erheblich einschränken, was zu einer Anhäufung der Lagerbestände führen dürfte.

Erwartete Produktionssteigerungen

Für die kommende Erntesaison rechnet der US-Agrarattaché mit einer Ausweitung der Anbauflächen in den von der Ukraine kontrollierten Gebieten. Die Aussaatflächen werden voraussichtlich 5,2 Millionen Hektar für Weizen, 4,7 Millionen Hektar für Mais und 1,4 Millionen Hektar für Gerste umfassen. Zudem wird erwartet, dass günstige Vegetationsbedingungen die Weizenerträge um 6 % gegenüber vorherigen Schätzungen ansteigen lassen. Die Produktion könnte sich somit auf 23,9 Millionen Tonnen Weizen, 33 Millionen Tonnen Mais und 5,1 Millionen Tonnen Gerste belaufen.

Auswirkungen der Sicherheitslage auf den Export

Die zunehmende Unsicherheit im Schwarzen Meer stellt eine ernsthafte Bedrohung für den Export dar. Russische Angriffe auf zivile Schiffe und Hafeninfrastrukturen haben sich verstärkt. Obwohl die Häfen von Odessa weiterhin offiziell in Betrieb sind, scheuen viele Reeder das Risiko und meiden diese Routen. Infolgedessen hat der USDA-Bericht seine Prognosen für die Exporte von Weizen, Gerste und Roggen im Wirtschaftsjahr 2026/27 sowie für Mais in beiden Wirtschaftsjahren deutlich gesenkt. Es wird erwartet, dass monatlich nur noch etwa 2,3 Millionen Tonnen Getreide exportiert werden können.

Steigende Lagerkapazitäten notwendig

Unzureichende Exporte könnten dazu führen, dass die Endbestände an Getreide auf nahezu 25 Millionen Tonnen steigen – ein erheblicher Anstieg gegenüber früheren Jahren. Obwohl die Ukraine über eine Gesamtlagerkapazität von mehr als 74 Millionen Tonnen verfügt, von denen 23 Millionen Tonnen zertifiziert sind, sieht das Landwirtschaftsministerium zusätzlichen Bedarf an temporären Lagermöglichkeiten von bis zu 12 Millionen Tonnen vor allem für Mais vor.

Alternative Verwendungsmöglichkeiten für Mais

Um mit den überschüssigen Mengen umzugehen, könnte eine verstärkte Verarbeitung zu Bioethanol erwogen werden. Derzeit werden rund 150.000 Tonnen Mais hierfür genutzt; vorhandene Anlagen könnten jedoch zwischen 450.000 und 650.000 Tonnen pro Jahr verarbeiten. Ob dieses Potenzial voll ausgeschöpft wird, hängt maßgeblich von den Entwicklungen der Rohöl- und Maispreise ab. Zudem ist ein Anstieg des Futterverbrauchs durch eine erwartete Ausweitung der Geflügelproduktion vorgesehen.