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Rohölkurse drücken Maispreise: EU-Ernteprognosen stützen Märkte

Die zuletzt fallenden Rohölpreise haben zu einem Rückgang der Maiskurse geführt, während in der Europäischen Union die nach unten korrigierten Ernteprognosen eine Stabilisierung der Preise bewirkten.

Entwicklung an den US-Märkten

An der Chicagoer Börse setzte sich der Abwärtstrend bei den Maiskontrakten fort. Der September-Kontrakt verzeichnete einen Verlust von 6,52 €/t und lag am 5. August bei 148,82 €/t. Auch der Dezember-Termin verlor an Wert und sank um 6,47 €/t auf 156,74 €/t. Diese Entwicklung wurde maßgeblich durch die rückläufigen Rohölpreise beeinflusst.

Die Ölpreise erreichten zwischenzeitlich den niedrigsten Stand seit über drei Wochen. Grund dafür waren mögliche diplomatische Fortschritte im Irankonflikt, von denen US-Vertreter berichteten. Da Mais ein wesentlicher Rohstoff für die Bioethanolproduktion ist, wirken sich Änderungen auf dem Energiemarkt oft direkt auf die Maisnotierungen aus.

Zustand der US-Ernte

Gegenläufig zur Preisentwicklung wirkte die Verschlechterung der US-Maisfeldbestände positiv auf die Kurse. Das USDA senkte den Anteil der Bestände in gutem bis ausgezeichnetem Zustand um zwei Prozentpunkte auf 61 %, was den niedrigsten Wert seit 2023 darstellt. Die Erwartungen der Analysten wurden damit nicht erfüllt, da sie nach jüngsten Niederschlägen mit stabilen Zahlen gerechnet hatten.

Die US-Maisexporte beliefen sich auf 1 Mio. t und lagen damit am oberen Ende der Analystenerwartungen. Dies zeigt eine weiterhin starke internationale Nachfrage nach US-Mais. Ein Streik der Hafenlotsen in Argentinien könnte ebenfalls dazu beitragen, dass verstärkt auf US-Mais zurückgegriffen wird.

Südamerikanische Erntebedingungen

In Brasilien schreitet die zweite Maisernte zügig voran, wobei trockene Bedingungen in weiten Teilen des Landes vorteilhaft sind. Lediglich im Süden verzögern niedrige Temperaturen die Trocknung der Bestände. Insgesamt wird die Qualität als zufriedenstellend beurteilt.

Im Gegensatz dazu kommt die Ernte in Argentinien nur langsam voran. Hohe Luftfeuchtigkeit im Südosten von Buenos Aires und Schädlingsbefall im Norden des Landes stellen Risiken für die Erträge dar. Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Produktionsprognose mit 64 Mio. t unverändert.

Europäische Märkte und Prognosen

Die Maiskurse in Paris zeigten sich volatil; insbesondere aufgrund des bevorstehenden Auslaufens des August-Kontrakts traten große Schwankungen auf. Der repräsentativere November-Termin blieb stabil bei 250,25 €/t.

Die EU-Kommission hat ihre Schätzung für die Maisernte 2026 erheblich gesenkt: Die neue Prognose liegt bei 51,887 Mio. t, was einem Rückgang von rund 14 % gegenüber Juni entspricht. Besonders betroffen sind Länder wie Ungarn, Frankreich und Rumänien.

Aufgrund dieser schwächeren Ernteaussichten stieg auch der Importbedarf der EU erheblich an: Seit dem Beginn des Wirtschaftsjahres wurden bereits 1,26 Mio. t Mais importiert – ein Anstieg von etwa 80 % im Vergleich zum Vorjahr.

Trotz logistischer Herausforderungen durch den Russlandkonflikt zeigt sich der ukrainische Maishandel robust; deren Exporte verdoppelten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und betrugen im ersten Monat des neuen Wirtschaftsjahres 1,2 Mio. t.