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Spanien trotzt ASP: Hohe Schweinepreise trotz Billigexporten in der EU

Obwohl die internationalen Schweinepreise in den letzten Wochen stark gesunken sind, hält Spanien weiterhin an hohen Erzeugerpreisen fest und setzt zusätzlich den europäischen Fleischmarkt mit günstigen Angeboten unter Druck. Diese Entwicklungen werfen Fragen auf, da die Afrikanische Schweinepest (ASP) die Exportmöglichkeiten des Landes einschränkt.

Spanien trotzt dem Preisverfall

In der EU haben viele Länder aufgrund der ASP-Ausbrüche einen Rückgang der Schweinepreise erlebt. Einige führende Preisnotierungen, darunter die VEZG-Notierung in Deutschland, erreichten historische Tiefstände. Im Gegensatz dazu behauptet sich Spanien erfolgreich gegen den Abwärtstrend und führt das Preisranking der großen EU-Schweineproduzenten an.

Länderübergreifende Preisvergleiche sind jedoch aufgrund unterschiedlicher nationaler Abrechnungsmodelle mit Vorsicht zu betrachten. Trotzdem ist auffällig, dass Spanien im Vergleich der ISN (Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands) deutlich vor anderen Ländern liegt. Die dänische Schweinebranche beispielsweise sieht sich mit einem deutlichen Preisabstand konfrontiert: Während Spanien Mitte Juli einen korrigierten Preis von 1,73 € pro Kilogramm Schlachtgewicht (SG) verbuchte, lag Dänemark bei 1,18 € pro kg SG und Deutschland im Mittelfeld bei 1,45 € pro kg SG.

Einfluss der Integratoren

Einer der Gründe für die resiliente Preissituation in Spanien ist die Struktur ihrer Schweineproduktion. Große Integratoren dominieren den Markt und decken die gesamte Wertschöpfungskette ab – von Ferkelerzeugung bis zur Fleischverarbeitung. Diese Unternehmen arbeiten nicht nur mit eigenen Betrieben, sondern auch mit vielen Familienbetrieben in Vertragsproduktion zusammen.

Laut Branchenanalysten gibt die nationale Leitnotierung Mercolleida zwar eine Richtung vor, jedoch behalten sich Integratoren Preisanpassungen vor. Sie sind bereit, Erzeugerpreise während Krisenzeiten zu stützen, da sie durch den Handel mit Futter und Ferkeln in Vertragsproduktionen erhebliche Gewinne erzielen.

Zudem haben viele spanische Integratoren ihre Schlachtkapazitäten erheblich ausgebaut. Die Fixkosten an neuen Standorten sind hoch; daher hängt die Wirtschaftlichkeit stark von der Auslastung ab. Ein knappes Angebot an Schlachttieren steigert den Wettbewerb um diese Tiere und stärkt somit die nationale Leitnotierung.

Krisensichere Absatzmärkte

Trotz ASP-Beschränkungen bleibt Spaniens Zugang zu Drittlandmärkten relativ unberührt. Die Einschränkungen betreffen hauptsächlich Schlachthöfe in Barcelona, während andere Regionen weiterhin nach China exportieren können. Dieser Zugang ermöglicht es spanischen Fleischkonzernen, hohe Margen für bestimmte Teilstücke zu erzielen.

Dies schafft Spielraum für Unternehmen, andere Produkte wie Schinken oder Lachse zu niedrigeren Preisen innerhalb des EU-Marktes anzubieten. Der starke Inlandstourismus unterstützt ebenfalls stabile Margen auf dem heimischen Markt.