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Deutsche Kirschenernte 2026: Süßkirschen 20,5 % über Durchschnitt

In diesem Jahr rechnen deutsche Obstbaubetriebe mit einer deutlichen Steigerung der Kirschenernte, die voraussichtlich um 13,5 % über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre liegen wird. Die Gesamterntemenge für Süß- und Sauerkirschen soll sich auf etwa 51.100 Tonnen belaufen, was auch einen Anstieg von 8,5 % im Vergleich zu dem ertragreichen Jahr 2025 bedeutet.

Süßkirschen: Erheblicher Zuwachs erwartet

Laut der ersten Ernteschätzung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) vom 10. Juni 2026 wird die Süßkirschenernte in Deutschland auf rund 40.300 Tonnen geschätzt, was eine Steigerung von 20,5 % über dem Durchschnitt der letzten Dekade darstellt. Verglichen mit dem ohnehin schon guten Vorjahr wird ein weiterer Anstieg um 8,2 % erwartet.

Die Anbaufläche beträgt etwa 5.600 Hektar und soll einen durchschnittlichen Ertrag von 7,1 Tonnen pro Hektar erzielen. Dies übertrifft das vorherige Zehnjahresmittel von 5,8 Tonnen pro Hektar um fast 24 %.

Regionale Unterschiede in der Süßkirschenernte

Baden-Württemberg bleibt das führende Bundesland im Süßkirschenanbau mit erwarteten 19.200 Tonnen auf einer Anbaufläche von 2.600 Hektar, was einem Plus von 9,2 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Niedersachsen plant mit einer Erntemenge von etwa 5.100 Tonnen auf 500 Hektar (+2 %), während Rheinland-Pfalz rund 3.800 Tonnen auf einer Fläche von 660 Hektar erwartet (+2,4 %).

Sauerkirschen: Trotz Flächenrückgang positive Aussichten

Für Sauerkirschen wird eine Erntemenge von ungefähr 10.800 Tonnen prognostiziert, was im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 9,6 % darstellt. Der langfristige Vergleich zeigt jedoch einen Rückgang um 6,8 %, bedingt durch eine Reduzierung der Anbaufläche um etwa 25 % seit 2016.

Trotz dieser Herausforderungen liegt der erwartete Ertrag bei überdurchschnittlichen 7,1 Tonnen pro Hektar und damit beinahe 10 % über dem Zehnjahresdurchschnitt.

Rheinland-Pfalz als Spitzenreiter im Sauerkirschensektor

Rheinland-Pfalz führt die Liste mit einer prognostizierten Erntemenge von 3.100 Tonnen, was einem Wachstum von fast 18 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht und auf einer Fläche von rund 450 Hektar basiert. Baden-Württemberg folgt mit einem bemerkenswerten Anstieg um über 50 %, erreicht jedoch insgesamt nur etwa 2.700 Tonnen, während Thüringen einen Rückgang um knapp 15 % verzeichnet und auf ca. 1.600 Tonnen kommt.

Daten wie diese verdeutlichen die besondere Dynamik in der deutschen Obstproduktion und werfen gleichzeitig Fragen zur Zukunftsfähigkeit angesichts sinkender Anbauflächen auf.