Die Agrarmärkte zeigen sich derzeit volatil, wobei insbesondere der Weizenmarkt durch eine Aufwärtsbewegung am Freitag positiv überraschte. Der Dezember-Future an der Euronext stieg um 3,75 Euro auf 232 Euro pro Tonne und verzeichnete damit wöchentlich einen Gewinn von 4,00 Euro oder 1,75 Prozent. Auch an der Chicago Board of Trade (CBoT) konnte sich der September-Kontrakt mit einem Anstieg von 8,5 Cent auf 6,40 US-Dollar pro Bushel (entspricht etwa 203 Euro pro Tonne) leicht verbessern und liegt somit um 0,50 Cent oder 0,08 Prozent über dem Schlusskurs der Vorwoche. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die Marktstimmung abwartend, da die Importeure weiterhin auf fallende Preise hoffen.
Raps-Überraschungen in Frankreich
In Frankreich sorgt die Rapsernte für unerwartet positive Nachrichten. Der November-Future für Raps an der Euronext legte um 3,75 Euro auf 530 Euro pro Tonne zu und erzielte damit wöchentlich einen Zuwachs von 17 Euro oder 3,31 Prozent. Trotz Hitzeperioden hat Agreste seine Prognose für die französische Rapsernte leicht nach oben korrigiert, von ursprünglich 4,6 Millionen Tonnen im Juni auf nunmehr 4,71 Millionen Tonnen. Dies stellt eine Steigerung um 14 Prozent gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt und eine Zunahme von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar. Im Gegensatz dazu mussten Sojabohnen an der CBoT leichte Verluste hinnehmen; der November-Kontrakt sank um 1,5 Cent auf nunmehr 11,76 US-Dollar pro Bushel (ca. 374 Euro pro Tonne), was einen Rückgang von 11,25 Cent oder 0,95 Prozent gegenüber der Vorwoche bedeutet.
Mais: Bedrückende Zahlen aus Frankreich
Der französische Maismarkt zeigt ein gemischtes Bild: Während vordere Termine an der Euronext zulegten, gaben spätere Kontrakte leicht nach. Der November-Future stieg um 2,50 Euro auf insgesamt 249 Euro pro Tonne und erzielte somit einen Wochenzuwachs von 6,25 Euro oder 2,57 Prozent. An der CBoT blieb der meistgehandelte Dezember-Kontrakt unverändert bei einem Preis von 4,62 US-Dollar pro Bushel (etwa 157 Euro pro Tonne), was jedoch immer noch einem Verlust von 2 Cent oder 0,43 Prozent gegenüber dem Vorwochenschluss entspricht. Besorgniserregend sind die aktuellen Schätzungen zur französischen Körnermaisernte für das Jahr 2026: Agreste prognostiziert einen Rückgang auf nur noch neun Millionen Tonnen – den tiefsten Stand seit mindestens vier Jahrzehnten. Dieser Rückgang resultiert aus einer um rund ein Fünftel reduzierten Anbaufläche sowie einem Ertragsrückgang von ebenfalls etwa einem Fünftel.
Butterpreise unter Druck
An der European Energy Exchange (EEX) gaben die Butter-Futures in der vergangenen Woche deutlich nach. Der Fokus des Handels lag auf den ersten Monaten des Jahres 2027; so schloss beispielsweise der Februar-Kontrakt bei einem Preis von 4.383 Euro pro Tonne – ein Verlust von satten 142 Euro oder rund drei Prozent innerhalb einer Woche. Hingegen zeigt sich beim Magermilchpulvermarkt eine Stabilität; hier wurde vor allem im vierten Quartal des Jahres gehandelt und der November-Future beendete die Woche unverändert bei genau dem Niveau der Vorwoche mit einem Preis von rund 3.013 Euro pro Tonne. Die Marktstimmung wird dabei durch die Erwartung einer steigenden Produktion in den kommenden Monaten belastet; dennoch wird Magermilchpulver durch eine anhaltende Exportnachfrage gestützt.
Kartoffelmarkt ohne neue Kontrakte
Seit Juni dieses Jahres werden an der EEX-Börse keine neuen Kontrakte für Verarbeitungs-Kartoffeln mehr gehandelt. Für aktuelle Informationen zu Verarbeitungs- und Industriekartoffeln wird daher empfohlen, Markt Pro zu konsultieren.
