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Gerstenpreise 2026 weiterhin hoch: Exportboom sorgt für Preisanstieg

In einem ungewöhnlichen Marktgeschehen des Jahres 2026 übertrafen die Preise für Futtergerste zeitweise die von Weizen, was in der Landwirtschaft eine Seltenheit darstellt. Selbst vor dem Beginn der neuen Ernte bleiben die Preisunterschiede bemerkenswert, obwohl sich die Preisspanne zwischen Gerste und Weizen zuletzt wieder vergrößert hat.

Steigende Exporte beeinflussen Preise

Ein wesentlicher Faktor für die hohen Gerstenpreise ist der außergewöhnlich starke Export im vergangenen Wirtschaftsjahr. Laut der Europäischen Kommission wurden bis zum 24. Mai 8,4 Millionen Tonnen Gerste exportiert, im Gegensatz zu den 4,6 Millionen Tonnen im Vorjahr. Deutschland trug mit fast 1,5 Millionen Tonnen zu diesem Anstieg bei, während Frankreich und Rumänien ebenfalls signifikante Mengen lieferten.

Parallel dazu sanken die Gerstenimporte erheblich auf 470.000 Tonnen, verglichen mit den 1,1 Millionen Tonnen des Vorjahres. Diese Veränderung wurde hauptsächlich durch geringere Einfuhren aus der Ukraine und Großbritannien verursacht.

Marktpreise in Hamburg als Indikator

An den Handelsplätzen in Hamburg bieten Händler aktuell zwischen 196,50 bis 198 Euro pro Tonne für Futtergerste aus der neuen Ernte. Im Vergleich dazu stehen Brotweizen bei 216 Euro und Futterweizen bei 214 Euro pro Tonne. Dies zeigt zwar eine Vergrößerung der Preisspanne im Vergleich zum Vorsaisonstand von 187 Euro, jedoch auch eine Preisstabilität gegenüber früheren Schwankungen.

Prognosen zur Gerstenernte in Deutschland und der EU

Laut dem Deutschen Raiffeisenverband (DRV) wird die deutsche Wintergerstenernte auf 9,47 Millionen Tonnen geschätzt, nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr. Im Gegensatz dazu erwartet die Europäische Kommission einen Rückgang der gesamten EU-Gerstenernte um knapp 7%, was auf schlechtere Erträge trotz größerer Anbauflächen zurückzuführen ist.

Trotz dieser Einbußen bleibt Gerste aufgrund ihres geringen Stickstoffbedarfs unter den aktuellen Bedingungen attraktiv. Die Anbaufläche in der EU wird voraussichtlich um etwa 345.000 Hektar auf 10,3 Millionen Hektar steigen. Ausnahmen bilden Regionen wie Spanien, wo Wetterbedingungen einen Rückgang verursachten.

Anpassung an neue Bedingungen

Die Entscheidungen der Landwirte reflektieren eine Reaktion auf diverse Einflüsse wie politische Veränderungen, Betriebsmittelkosten und klimatische Herausforderungen. Insbesondere in trockenen Regionen erweist sich Gerste als widerstandsfähige Kultur unter Stressbedingungen und gewinnt so an Bedeutung gegenüber anderen Getreidesorten wie Mais.

Zukunftsprognosen deuten darauf hin, dass sich durch regulatorische Änderungen und Marktvolatilität weiterhin ein Trend zur Anpassung an effizientere Anbaumethoden abzeichnet – mit einer verstärkten Hinwendung zu robusteren Kulturen wie Gerste.