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Hitzewellen und Geopolitik treiben Getreidepreise auf Rekordhöhe

Die Preise für Getreide steigen derzeit sowohl in Europa als auch in den USA stark an, was auf extreme Wetterbedingungen und geopolitische Spannungen zurückzuführen ist. Besonders Mais verzeichnet in Europa eine starke Preisrally, gefolgt von Weizen und anderen Getreidesorten. In den Vereinigten Staaten haben jüngste militärische Aktionen und Sanktionen gegen den Iran die Märkte zusätzlich verunsichert.

Wetterextreme belasten Ernteaussichten

Die anhaltenden Hitzewellen beeinträchtigen die Ernteerwartungen erheblich. In Europa, insbesondere in Frankreich, droht die dritte Hitzewelle innerhalb weniger Wochen. Diese extremen Temperaturen, die teilweise über 40 °C erreichen, fallen mit der kritischen Blütephase des Mais zusammen und beeinflussen auch die Qualität des Weizens negativ. Analysten von Agritel prognostizieren eine weitere Verschlechterung der Erntebedingungen in den kommenden Wochen.

Auch in den USA sind die Prognosen düster. Die erwartete Hitzewelle soll lange andauern, was ebenfalls zu Ertragseinbußen bei Mais und Sojabohnen führen könnte. Zudem wurden frühere Vorhersagen für Niederschläge im Osten der USA zurückgenommen, was weitere Besorgnis hinsichtlich der Erntepotenziale schürt.

Marktentwicklung: Steigende Preise

In Frankreich schreitet die Weizenernte schnell voran, obwohl die Erträge uneinheitlich sind. Trotz guter Qualität werden die Preise durch feste Marktnotierungen in Chicago gestützt. Am Euronext-Terminmarkt steigen die Weizenpreise weiter an; am Mittwoch wurde ein Plus von 1,25 Euro auf 206 Euro je Tonne verzeichnet. Auch Maispreise legen aufgrund der Wetterlage stark zu.

Am Exporthafen Hamburg stiegen die Gebote für Weizen der neuen Ernte auf 212 Euro je Tonne, während spätere Liefertermine sogar 218 Euro erreichten. Futtergerste notiert bei 171 Euro je Tonne und zeigt ebenfalls eine Aufwärtstendenz.

Langfristige Auswirkungen

Die aktuellen Preissteigerungen führen dazu, dass Käufer ihre Strategien überdenken müssen. Einige prüfen bereits Alternativen zum teuren Mais, um Kosten zu senken. In den USA unterstützt der Anstieg der Maispreise auch diejenigen von Weizen, trotz eines schnellen Fortschritts bei der Winterweizenernte. Laut USDA ist bereits ein Großteil der Ernte eingebracht – mehr als im Vorjahr oder dem Fünfjahresdurchschnitt.

Diese Entwicklungen zeigen deutlich, wie eng Wetterbedingungen und politische Spannungen mit den globalen Agrarmärkten verflochten sind, was erhebliche Auswirkungen auf Landwirte und Verbraucher weltweit hat.